Starke KI-Nachfrage, schwächeres Gaming-Geschäft: Bei AMD prallen zwei sehr unterschiedliche Geschichten aufeinander. Der Konzern liefert Rekordzahlen und hebt die Erwartungen an Server-CPUs. Gleichzeitig warnt das Management vor einer deutlichen Delle im Konsumgeschäft.
Gaming wird zur Bremse
Finanzchefin Jean Hu rechnet im zweiten Halbjahr 2026 mit einem Rückgang der Gaming-Umsätze um mehr als 20 Prozent. Betroffen sind Radeon-Grafikkarten und halbkundenspezifische Chips für Konsolen von Sony und Microsoft.
Der Auslöser liegt vor allem bei höheren Speicher- und Komponentenkosten. Die starke KI-Nachfrage treibt DRAM-Preise nach oben. Das verteuert PCs, Grafikkarten und Gaming-Systeme.
Die Folge: Viele Käufer verschieben Upgrades. Im Konsolengeschäft kommt ein Zykluseffekt hinzu. Die PlayStation 5 kam bereits 2020 auf den Markt, der aktuelle Zyklus ist damit fortgeschritten.
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Rechenzentren tragen das Wachstum
Operativ läuft AMD stark. Im ersten Quartal erzielte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 1,37 Dollar und einen Umsatz von 10,25 Milliarden Dollar. Beide Werte lagen über den Erwartungen.
Besonders wichtig bleibt das Rechenzentrumsgeschäft. Dort stiegen die Erlöse um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Damit zieht der Bereich die gesamte Wachstumsstory.
Für das zweite Quartal stellt AMD rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Das entspräche einem Wachstum von etwa 46 Prozent zum Vorjahr. Konzernchefin Lisa Su sieht den adressierbaren Markt für Server-CPUs nun bei 120 Milliarden Dollar.
Das ist der Kern der aktuellen Bewertung. AMD profitiert von KI-Rechenzentren, CPU-lastigen Inferenz-Workloads und wachsendem Bedarf an Serverkapazität. Das Gaming-Geschäft erzählt eine deutlich vorsichtigere Geschichte.
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Analysten sind gespalten
Die Aktie handelt nach der Rally mit hohem Anspruch. Bank of America hob das Kursziel von 450 auf 500 Dollar an und blieb bei „Buy“. Analyst Vivek Arya setzt damit weiter auf die KI-Story.
Daiwa zog in die andere Richtung und stufte die Aktie herab. Die Begründung: Nach einer Rally von 150 Prozent in 60 Tagen wirke die Bewertung kurzfristig überzogen. Genannt wurde ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 154 auf Basis der vergangenen Gewinne.
Auch HSBC bremste die Erwartungen etwas. Die Bank senkte ihre Schätzung für AMDs KI-GPU-Umsätze im Jahr 2026. Nach der Rally sei der Bewertungsspielraum enger geworden.
Am Freitag notiert die AMD-Aktie bei 373,20 Euro und verliert 2,81 Prozent. Über 30 Tage steht trotzdem ein Plus von 72,42 Prozent. Der Kurs liegt nur knapp unter dem Hoch von 389,50 Euro, nach einem Jahresplus von 95,70 Prozent.
Damit bleibt die Messlatte hoch. In der zweiten Jahreshälfte treffen KI-Wachstum, höhere Kosten und schwächere Gaming-Nachfrage direkt aufeinander. AMD muss dann vor allem beweisen, dass der Rechenzentrumsboom die Belastungen im Konsumgeschäft weiter überlagert.
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