AMD Aktie: Samsung-Streik ab 21. Mai gefährdet HBM-Versorgung

AMD verzeichnet Rekordumsätze im Rechenzentrum, doch Samsung-Streik und steigende Zinsen sorgen für Kursverluste.

AMD Aktie
Kurz & knapp:
  • Drohender Samsung-Streik gefährdet KI-Chip-Versorgung
  • Steigende Zinsen und Ölpreise belasten Bewertung
  • CEO Lisa Su verkauft Aktien im Wert von 56 Mio. USD
  • Rechenzentrumsgeschäft wächst um 57 Prozent

Rekordzahlen im Rechenzentrum, aber rote Vorzeichen an der Börse. Bei AMD trübt ein Mix aus makroökonomischem Gegenwind und drohenden Lieferkettenproblemen die Stimmung. Ein möglicher Streik in Südkorea bringt nun die Versorgung mit essenziellen KI-Speicherchips in Gefahr.

Der gesamte Halbleitersektor geriet am Freitag unter die Räder. Der Branchenindex SOXX gab um über vier Prozent nach. Auslöser ist ein potenzieller 18-tägiger Streik bei Samsung, der am 21. Mai 2026 beginnen soll. Marktbeobachter warnen vor empfindlichen Engpässen bei High Bandwidth Memory (HBM). Diese Speicherbausteine sind für Hochleistungsrechner und KI-Anwendungen unverzichtbar.

Erschwerend wirken steigende Zinsen und kletternde Energiepreise. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,6 Prozent, während Öl die Marke von 109 US-Dollar überschritt. Das drückt auf die Bewertungen kapitalintensiver Wachstumswerte. Die AMD-Aktie verlor zum Wochenschluss spürbar und schloss bei 365,55 Euro. Seit Jahresbeginn haben sich die Papiere damit dennoch fast verdoppelt.

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Insider-Verkäufe und hohe Bewertung

Parallel dazu trennte sich die Führungsriege von Aktienpaketen. CEO Lisa Su veräußerte Mitte Mai Papiere im Wert von knapp 56 Millionen US-Dollar. Dieser Verkauf erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Auch Vizepräsident Paul Darren Grasby reduzierte seine Bestände.

Auf institutioneller Seite zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Antipodes Partners und DNB Asset Management ihre Positionen drastisch reduzierten, stockte Atria Investments leicht auf. Ein Grund für die Gewinnmitnahmen dürfte die sportliche Bewertung sein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 140 wird die Aktie deutlich über ihrem historischen Durchschnitt gehandelt.

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Starkes Fundament

Operativ liefert der Chipentwickler indes ab. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf 10,25 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,37 US-Dollar die Erwartungen der Analysten. Treiber dieser Entwicklung ist das Rechenzentrumsgeschäft, das um 57 Prozent wuchs.

Große Investmentbanken bleiben entsprechend optimistisch. Mizuho rät weiterhin zum Kauf und ruft ein Kursziel von 515 US-Dollar auf. Susquehanna zog kürzlich nach und hob die Zielmarke auf 450 US-Dollar an.

Am 21. Mai fällt die Entscheidung, ob der Arbeitskampf bei Samsung tatsächlich anläuft. Ein Ausfall in der HBM-Produktion würde die gesamte KI-Lieferkette empfindlich treffen. Für AMD hängt die weitere Kursentwicklung maßgeblich davon ab, ob das massive Wachstum im Rechenzentrumszweig diese externen Schocks abfedern kann.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.