Eine dichte Woche steht bevor. Der Chiphersteller AMD startet in den Juni mit gleich mehreren wegweisenden Ereignissen: Der Finanzvorstand tritt bei einer Investorenkonferenz auf, das erste 2nm-Produkt der Branche geht in Produktion, und die milliardenschweren Helios-Auslieferungen stehen im zweiten Halbjahr an.
Die Aktie notierte am Freitag bei 442,95 Euro – das entspricht einem Plus von 347 Prozent in zwölf Monaten. Damit notiert der Kurs nur 0,42 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
CFO Hu stellt sich den Fragen
Der unmittelbarste Termin: Am 2. Juni 2026 tritt Finanzvorständin Jean Hu auf der Bank of America Global Technology Conference auf. Ein Webcast wird übertragen.
Im Fokus stehen mögliche Updates zum Helios-Zeitplan und zur MI450-Hochlaufkurve. Die Prognose für das zweite Quartal liegt mit 11,2 Milliarden Dollar Umsatz bereits deutlich über den damaligen Analystenschätzungen von 10,5 Milliarden Dollar. Jede Abweichung nach oben oder unten würde den Kurs bewegen.
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Historischer Sprung auf 2nm
Der technologisch wichtigste Meilenstein: AMD bringt den neuen EPYC-Prozessor „Venice“ auf TSMCs 2nm-Fertigung in den Markt. Es ist das erste Hochleistungsprodukt der gesamten Branche auf diesem Fertigungsprozess.
Die Leistungssprünge sind massiv. Der Zen-6-Chip mit bis zu 256 Kernen soll eine um 70 Prozent höhere Performance und Effizienz bieten als die aktuelle Turin-Generation. Die Speicherbandbreite steigt auf 1,6 Terabyte pro Sekunde.
Parallel kündigte AMD sein „Verano“-Design an – ein Folgechip, optimiert auf Leistung pro Watt und Euro mit LPDDR-Unterstützung für rechenintensive KI-Workloads.
Zeitgleich gab AMD Investitionen von über zehn Milliarden Dollar in das taiwanesische Ökosystem bekannt. Das Geld fließt in Partnerschaften mit ASE Technology, Powertech, Sanmina und Inventec. Ziel: die Lieferkette für KI-Infrastruktur zu skalieren. Venice wird später auch im TSMC-Werk in Arizona gefertigt.
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Helios: Gigawatt-Auslieferungen starten
Der entscheidende kommerzielle Schritt: Das Helios-Rack-Scale-Plattform kombiniert Venice-CPUs mit Instinct MI450X-Beschleunigern. Die ersten Auslieferungen für ein Gigawatt-Rechenleistung beginnen im zweiten Halbjahr 2026.
Laut AMD wird jeder einzelne Gigawatt-Deploy Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich generieren. Die ODM-Partner Sanmina, Wiwynn, Wistron und Inventec bauen die Systeme.
Die Risiken bleiben
Die größte Hürde: TSMCs Fertigungskapazitäten sind begrenzt. Das dürfte das AMD-Wachstum 2026 deckeln. Finanzvorständin Hu warnte zudem auf der Q1-Telefonkonferenz vor Margendruck beim MI450-Hochlauf – neue Produkte starten zunächst unter dem Konzernmittelwert.
Der RSI von 47,4 signalisiert Neutralität nach dem steilen Anstieg. Die Volatilität von annualisiert 84 Prozent zeigt: Die Unsicherheit bleibt hoch.
Der nächste große Termin ist der Q2-Bericht im August. Dann muss AMD liefern – zum Helios-Zeitplan und zum Serverwachstum, das für das zweite Quartal bei über 70 Prozent im Jahresvergleich liegt.
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