Ein Rückgang von knapp 8 Prozent an einem einzigen Handelstag – bei American Tungsten läuft es derzeit rund. Dazu kommt: Der Wert des Minenunternehmens ist innerhalb der letzten 30 Tage um fast ein Viertel eingebrochen. Der aktuelle Kurs von 1,09 Euro spiegelt eine Woche mit 14 Prozent Verlust wider.
Dabei sah die Lage vor Monaten noch grundlegend anders aus. Im Oktober 2025 markierte die Aktie mit 2,66 Euro ihr 52-Wochen-Hoch. Seither sind rund 60 Prozent an Wert verloren gegangen. Der relative Stärkeindex liegt bei 33,6 – das Papier nähert sich dem überverkauften Bereich.
Ein Lichtblick bleibt die Jahresbilanz. Über zwölf Monate gerechnet steht ein Plus von knapp 240 Prozent. Wer im Juli 2025 zum Tief von 0,31 Euro eingestiegen ist, sitzt immer noch auf satten Gewinnen. Der 200-Tage-Durchschnittskurs liegt bei 1,40 Euro – auch von dort ist das Papier deutlich entfernt.
Die große Wette auf heimische Produktion
Anleger blicken gespannt auf das IMA-Mine-Projekt in Idaho. American Tungsten will dort Geschichte schreiben: Das Unternehmen könnte der erste bedeutende Wolfram-Produzent in den USA werden. Aktuell gibt es keine nennenswerte inländische Förderung.
Der Plan: Ende 2026 beginnt die Wiederaufbereitung historischer Abraumhalden. Diese enthalten Wolframtrioxid und Silber – wertvolle Nebenprodukte, die das Projekt wirtschaftlich attraktiv machen. Die kommerzielle Produktion soll 2027 starten.
Voll ausgelastet plant das Unternehmen 500 Tonnen Durchsatz pro Tag. Das könnte rund 8 Prozent des US-Wolfram-Bedarfs decken und 10 Prozent der Molybdännachfrage. Hinzu kommt die Silberförderung als zusätzlicher Ertragsbringer.
Zwischen Angebot und Realität
Das Unternehmen treibt parallel die Exploration voran und betont immer wieder seine Rolle bei der Sicherung kritischer Rohstoffe. Die strategische Positionierung ist klar: Nordamerika soll unabhängiger werden.
Doch der Markt zeigt sich skeptisch. Die jüngsten Kursverluste signalisieren, dass viele Anleger erst handfeste Ergebnisse sehen wollen. Die Produktionsaufnahme liegt noch Jahre entfernt. Bis dahin bleibt die Aktie ein hochvolatiles Paper mit 65 Prozent annualisierter Schwankungsbreite.
Bis zum geplanten Produktionsstart 2027 müssen technische Hürden genommen, Genehmigungen eingeholt und vor allem Kapital beschafft werden. Dass der Kurs seit dem Oktober-Hoch kräftig nachgegeben hat, dürfte auch daran liegen, dass der Zeithorizont bis zu den ersten Erträgen noch lang ist.
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