Die Aktie von American Tungsten hat sich am Donnerstag deutlich erholt. Das Papier stieg um 8,21 Prozent auf 1,13 Euro – eine Gegenbewegung nach den Verlusten der vergangenen Tage.

Schwankungen im Rohstoffsektor

Noch am Dienstag hatte der Titel rund neun Prozent eingebüßt. Auslöser waren keine unternehmensspezifischen Probleme, sondern die allgemeine Nervosität im Sektor der kritischen Rohstoffe. Viele Junior-Mining-Aktien gerieten unter Druck.

Trotz der jüngsten Schwankungen zeigt der Langzeittrend nach oben. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei knapp 14 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Gewinn sogar 239,52 Prozent – eine massive Neubewertung gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 0,33 Euro.

Wolframmarkt bleibt angespannt

Der fundamentale Hintergrund stützt die Aktie. Die Wolframpreise liegen aktuell bei rund 3.100 Dollar pro metrischer Tonneneinheit. Das ist ein Vielfaches des Niveaus von vor 18 Monaten.

Die Gründe liegen auf der Hand: Für 2026 prognostiziert die Industrie ein globales Angebotsdefizit von rund 12.000 Tonnen. Die Nachfrage dürfte auf 128.000 Tonnen steigen. Gleichzeitig sinkt der Marktanteil Chinas – die Volksrepublik kommt noch auf 71 Prozent der Weltproduktion, nach 82 Prozent vor einigen Jahren. Das macht westliche Projekte strategisch wichtiger.

Wolfram wird in der Rüstungsindustrie, der Luftfahrt und im High-Tech-Bereich benötigt. Ersatzstoffe gibt es kaum.

Technische Lage

Aus charttechnischer Sicht notiert die Aktie unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,34 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,41 Euro. Der relative Stärkeindex (RSI) steht bei 40,4 – das Papier ist nach dem Kursrutsch nicht überkauft.

Mit einem Abstand von 57,37 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 2,66 Euro hat die Aktie Luft nach oben. Entscheidend wird sein, ob die Erholung anhält und der Kurs die gleitenden Durchschnitte zurückerobert. Der Wolframpreis bleibt dabei der wichtigste Treiber.