Der Kurs von American Tungsten ist am Mittwoch um 14,04 Prozent auf 1,21 Euro eingebrochen. Dabei hatte das Unternehmen kurz zuvor vielversprechende Bohrergebnisse aus seinem Ima-Mine-Projekt in Idaho gemeldet. Ein Widerspruch, der aufklaffen muss.
Warum stürzt eine Aktie ab, obwohl die Nachrichten grundsätzlich positiv sind? Die Antwort liegt möglicherweise im Marktumfeld.
Positive Bohrergebnisse, aber Kurseinbruch
Am 23. und 24. Juni meldete American Tungsten, dass Bohrloch AT26-21 auf dem historischen Minengelände eine durchgehende Mineralisierung von über 125 Fuß Wolfram und Silber durchteuft hatte. Ein Abschnitt von 76,7 Fuß wies einen Gehalt von 0,327 Prozent WO3 auf, ein weiterer von 26,2 Fuß sogar 0,405 Prozent WO3.
Das Unternehmen sieht darin den Nachweis eines zweiten Gangsystems, rund 100 Fuß östlich der bisherigen Abbaustätten. Zudem stieß Bohrloch AT26-25 auf Quarz-Molybdänit-Mineralisation – Molybdän könnte als zweites Produkt hinzukommen.
CEO Ali Haji stellte die Resultate kürzlich auf der BMO Global Metals, Mining & Critical Minerals Conference vor. Derzeit läuft die zweite Bohrphase mit Untertage- und bald auch Übertagebohrungen. Ein umfassendes Update der Ressourcenschätzung für das Ima Mine-Projekt will das Management bis Ende des dritten Quartals 2026 vorlegen. Das Ziel: die Mine in die kommerzielle Produktion zu bringen.
Zurückhaltung trotz Fundamentaldaten
Der RSI von 41,4 zeigt moderate Volatilität. Die Aktie notiert 54,44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2,66 Euro, aber immerhin 229,35 Prozent höher als vor einem Jahr. Auf Sicht von zwölf Monaten ist die Performance beeindruckend.
Dennoch: Der jüngste Ausverkauf könnte eine Gewinnmitnahme oder Skepsis gegenüber dem Zeitplan widerspiegeln. American Tungsten agiert in einem Markt, der zunehmend auf kritische Rohstoffe aus heimischen Quellen setzt. Das politische Umfeld in den USA ist günstig. Die operationelle Entwicklung schreitet voran.
Ob das für den Kurs reicht, muss sich in den nächsten Wochen zeigen. Der Ausgang der Phase-2-Bohrungen und das Ressourcenupdate im dritten Quartal dürften den Ausschlag geben.
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