Die Talfahrt bei Ameriwest Lithium setzt sich fort. Am Dienstag fiel die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 0,12 US-Dollar – ein Minus von 9,59 Prozent an einem Tag. Das ist ein Absturz von über 75 Prozent seit dem Jahreshöchststand von 0,50 Dollar im März 2026.
Das Unternehmen, das mittlerweile unter dem Namen Ameriwest Critical Metals firmiert, steckt in einer schwierigen Phase. Während der Kurs fällt, arbeitet das Management an zwei Fronten: dem Kupferprojekt Bornite in Oregon und der Sichtbarkeit an der Börse.
Bornite-Projekt startet Dialogphase
Für das zu 100 Prozent eigene Bornite-Projekt hat Ameriwest ein Community- und Stakeholder-Engagement-Programm gestartet. Ziel ist der transparente Austausch mit Anwohnern, indigenen Stämmen und Behörden. Das Programm ist der Auftakt vor größeren Feldaktivitäten.
Das Vorhaben liegt nahe der Opal Creek Wilderness. Historische Daten deuten auf ein potenzielles Untertagebergwerk hin – mit einer Förderkapazität von bis zu 1.000 Tonnen Kupfer pro Tag. Der Zeitplan ist ambitioniert. Das Management will von verkürzten Genehmigungsverfahren für kritische Metalle auf öffentlichem Land profitieren. Dennoch: Eine vollständige Zulassung wird Jahre dauern und zahlreiche Umweltprüfungen erfordern.
Marketingoffensive für mehr Aufmerksamkeit
Parallel dazu setzt Ameriwest auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Das Unternehmen hat seinen Marketingvertrag mit Echo Elite Ads Ltd. um 20 Tage verlängert – bis Juli 2026. Dafür fließen zusätzlich 100.000 kanadische Dollar plus Steuern. Mindestens 85 Prozent der Summe sind für Media-Distribution vorgesehen: Suchmaschinenwerbung und digitale Inhalte.
Hintergrund: Erst Anfang Juni 2026 wechselte die Aktie an den OTCQB Venture Market. Der Aufstieg erfordert mehr Sichtbarkeit bei Investoren – eine kostspielige Notwendigkeit in schwierigen Börsenzeiten.
Technische Lage: Alarmstufe Rot
Die Aktie notiert 55,72 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,28 Dollar. Der relative Stärkeindex (RSI) liegt bei 19,4 – tief im überverkauften Bereich. Die annualisierte Volatilität beträgt 95,15 Prozent. Allein in den letzten sieben Tagen verlor der Titel 14,79 Prozent.
Kein Wunder: Die Verkaufswelle ist heftig. Und sie trifft ein Unternehmen, das noch weit von der Produktion entfernt ist.
Ausblick: Viel Arbeit, wenig Cash
Neben Bornite hält Ameriwest weitere Projekte: das Lithium-Tonvorkommen Thompson Valley in Arizona, das Seltene-Erden-Projekt Xeno in British Columbia sowie Lithium-Rechte in Clayton Valley, Nevada. Die geplanten Arbeiten in Oregon umfassen geologische Kartierungen, Oberflächenproben und geophysikalische Untersuchungen. Hinzu kommt eine 3D-Modellierung auf Basis historischer Bohrdaten.
Doch solange der Aktienkurs am Boden liegt und der Barmittelabfluss für Marketing und Exploration anhält, bleibt die Frage offen, wie das Unternehmen die kommenden Monate finanziert. Die nächsten Quartalszahlen könnten Klarheit bringen – oder den Druck weiter erhöhen.
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