Der Aktienkurs des Hörgeräte-Spezialisten Amplifon rauscht nach unten. Rund 8,3 Prozent verliert das Papier am Donnerstag auf 9,70 Euro. Grund ist eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Das Unternehmen emittiert bis zu 45,3 Millionen neue Aktien – rund 20 Prozent des bisherigen Grundkapitals. Das frische Geld soll zu großen Teilen in die Integration der übernommenen Hörgerätesparte von GN Store Nord fließen.
Stützung durch Großaktionäre
Die Platzierung erfolgt als beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren (ABB). Federführend sind Goldman Sachs, J.P. Morgan, BNP Paribas und die Deutsche Bank. Die neuen Papiere haben einen Nennwert von je 0,02 Euro.
Zwei Großaktionäre sichern den Deal ab. Die Ampliter S.r.l. als Mehrheitseignerin mit rund 42 Prozent der Anteile zeichnet Aktien für 100 Millionen Euro. Tamburi Investment Partners legt weitere 30 Millionen Euro drauf. So soll die Liquidität für den Kaufpreis der GN-Hearing-Übernahme gesichert werden.
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Ein weiteres Detail aus der Transaktionsstruktur: GN Store Nord erhält bei endgültigem Closing zusätzlich 56 Millionen Amplifon-Aktien. Dafür gilt eine Haltefrist von 15 Monaten.
Kurs im freien Fall
Der Zeitpunkt der Kapitalmaßnahme ist denkbar ungünstig. Amplifon-Aktien notieren bereits nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 7,94 Euro aus dem März – ein Minus von 54,5 Prozent zum Höchst vor einem Jahr. Die Aktie bleibt damit knapp über der 50-Tage-Linie bei 9,67 Euro, während die 200-Tage-Linie bei gut 13 Euro in weiter Ferne liegt.
Hinzu kommt die laufende Dividendenausschüttung von 0,29 Euro je Aktie in dieser Woche. Ein doppelter Liquiditätsentzug für den Kurs.
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Die Bilanzzahlen des ersten Quartals zeigen indes operative Stärke: Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte mit 24,5 Prozent einen Rekordwert. Das „Fit4Growth“-Programm zur Produktivitätssteigerung trägt Früchte. Der Nettoverschuldungsgrad liegt bei 1,84 Milliarden Euro.
Neues Geschäftsmodell in Sicht
Die Kapitalerhöhung ist mehr als eine Finanzierungsrunde. Sie markiert den strategischen Wandel vom reinen Filialbetreiber zum vertikal integrierten Hersteller. Mit der Übernahme von GN Hearing holt Amplifon eigene Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten ins Haus. Das Ziel: direkter Wettbewerb mit den integrierten Branchenriesen.
Der Abschluss der Übernahme wird für Ende 2026 erwartet. Die behördlichen Genehmigungen und die rechtliche Trennung des Geschäftsbereichs müssen noch erfolgen. Bis dahin hält das Management an seiner Jahresprognose fest: ein organisches Wachstum von über 3 Prozent und eine Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um rund einen Prozentpunkt.
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