ams OSRAM zeigt sich diese Woche gleich an zwei Fronten: Auf der Automechanika Frankfurt, die noch bis zum 12. September läuft, präsentiert der Konzern sein Automotive-Aftermarket-Portfolio unter dem Motto „Be Road Ready“. Parallel dazu nimmt ein industrieller Rückzug aus einem Randgeschäft konkrete Form an.
Verkauf der Wolfram-Fertigung an Elmet
Die Elmet Group Co. teilte gestern mit, dass ihre neu gegründete deutsche Tochter Elmet Technologies GmbH die Vermögenswerte der Wolfram- und Molybdänfertigung von ams OSRAM in Schwabmünchen übernehmen soll.
Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, vorbehaltlich regulatorischer Freigaben und begleitender Übergangsmaßnahmen. Der Schritt reiht sich in den fortgesetzten Umbau des Konzerns ein, der sich zunehmend auf sein Kerngeschäft mit optischen Halbleitern konzentriert und periphere Fertigungslinien abgibt.
Neue Produkte für den Aftermarkt
Auf der Automechanika stellt ams OSRAM unter anderem die LED-Retrofit-Lösungen NIGHT BREAKER LED SPEED H1 und NIGHT BREAKER LED VINTAGE H1 vor, ergänzt um die Scheibenwischer-Serie OSRAM BETTER SIGHT WIPERblades. Der Auftritt richtet sich an das Ersatzteilgeschäft rund um Fahrzeugbeleuchtung und -zubehör, ein Segment, in dem der Konzern seine Markenpräsenz mit neuen Produktlinien stärkt.
Zusätzlich ist das Unternehmen auf der CIOE 2026 in China vertreten, wo Vertreter am 9. und 10. September in Forumsbeiträgen zu Smart Home, Consumer Electronics, Robotik und Automotive Lighting sprechen sollen.
Photonik für humanoide Roboter als Zukunftsfeld
Ende August hatte ams OSRAM zudem digitale Photonik- und Sensorlösungen für humanoide Roboter vorgestellt und dabei Wahrnehmung, Tastsinn und Kommunikation als zentrale Anwendungsfelder benannt. Die Botschaft unterstreicht den Anspruch, über das klassische Beleuchtungs- und Automobilgeschäft hinaus in wachstumsstarken Zukunftsmärkten Fuß zu fassen.
Kursbild bleibt robust
Die Aktie notierte am Dienstag bei 19,75 Euro und büßte damit 0,5 Prozent ein. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 9,1 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mit einem Zuwachs von 135 Prozent mehr als verdoppelt.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro, erreicht Ende Mai, ist das Papier derzeit rund ein Viertel entfernt, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 14,08 Euro mit 40 Prozent deutlich positiv bleibt. Anleger bewerten den fortschreitenden Portfolio-Umbau damit weiterhin überwiegend konstruktiv, auch wenn die Volatilität mit annualisiert 58 Prozent hoch bleibt.
Zur Erinnerung: Der Aufsichtsrat hatte den Vertrag von CEO Aldo Kamper bereits Ende Juli deutlich vorzeitig verlängert – das neue Mandat beginnt am 1. Oktober 2026 und läuft bis zum 30. September 2031, während der bisherige Vertrag Ende März 2027 ausgelaufen wäre.
Ebenfalls bereits im August kommuniziert wurde die Geschäftsentwicklung des zweiten Quartals: Der Umsatz lag bei 805 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA bei 136 Millionen Euro entsprechend einer Marge von 16,9 Prozent.
Für das dritte Quartal hatte das Management damals einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,0 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkte in Aussicht gestellt.
Im zweiten Quartal erzielte ams OSRAM zudem Aufträge beziehungsweise Design Wins von über 1,6 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr summierten sich diese auf rund 2,5 Milliarden Euro – ein Signal für anhaltende Nachfrage im Kerngeschäft, das den laufenden Konzernumbau flankiert.
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