ams-OSRAM treibt seinen Portfolio-Umbau voran und zeigt sich zugleich im operativen Geschäft aktiv wie selten zuvor. Am Dienstag gab die Elmet Group Co. bekannt, über ihre neu gegründete deutsche Tochter Elmet Technologies GmbH die Wolfram- und Molybdän-Produktion von ams-OSRAM in Schwabmünchen zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Freigaben.
Der Verkauf reiht sich in die von ams-OSRAM verfolgte Strategie ein, Randaktivitäten abzustoßen und sich stärker auf das photonische Kerngeschäft zu konzentrieren.
Bereits bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal Anfang August hatte das Unternehmen auf Fortschritte bei Desinvestitionen zur Entschuldung verwiesen. Die Wolfram- und Molybdän-Fertigung zählt zu den nicht-photonischen Sparten, die im Zuge dieser Fokussierung an Bedeutung verlieren.
Geschäftszahlen und Ausblick bestätigt
Anfang September meldete ams-OSRAM für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 805 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 136 Millionen Euro. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten nach oben oder unten. Diese Bandbreite signalisiert, dass das Management trotz des laufenden Portfolio-Umbaus von einer stabilen operativen Basis ausgeht.
Zur personellen Kontinuität an der Konzernspitze trägt bei, dass der Aufsichtsrat bereits Ende Juli die Verlängerung des Vertrags von Konzernchef Aldo Kamper bekanntgegeben hatte. Der neue Vertrag beginnt am 1. Oktober 2026 und läuft bis zum 30. September 2031 – eine Entscheidung, die dem Unternehmen für die kommenden Jahre personelle Stabilität in einer Phase weitreichender struktureller Veränderungen sichert.
Messeauftritte unterstreichen Technologiefokus
Auf der CIOE 2026 in Shenzhen, die noch bis zum 11. September läuft, präsentiert ams-OSRAM mehr als 20 Photonik- und Sensor-Demonstrationen mit Schwerpunkt auf Edge AI, MEMS und intelligentem Sensing. Parallel dazu zeigt das Unternehmen auf der Automechanika Frankfurt, die bis zum 12. September dauert, sein Automotive-Aftermarket-Portfolio unter dem Motto „Be Road Ready“ mit neuen LED-Retrofit-Lösungen für Werkstätten und Pannenhilfe.
Ergänzend äußerte sich ams-OSRAM Ende August dazu, wie seine Digital-Photonics-Technologien humanoide Roboter bei Wahrnehmung, Objektmanipulation und Kommunikation unterstützen sollen – ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen sein Sensorik-Know-how auch in neue Wachstumsfelder außerhalb der klassischen Automobil- und Beleuchtungsmärkte tragen will.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat sich diese Nachrichtenfülle zuletzt kaum niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 19,45 Euro und damit knapp zwei Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 19,08 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Titel sich derzeit in einer relativ engen Handelsspanne bewegt.
Zum bisherigen Jahreshoch von 26,70 Euro, erreicht im Mai, fehlen dem Papier weiterhin rund 27 Prozent. Der massive Kursaufschwung seit dem Jahrestief von 7,38 Euro im Dezember zeigt jedoch, wie stark sich die Wahrnehmung des Unternehmens seither gewandelt hat – getragen von der Aussicht auf ein schlankeres, fokussierteres Geschäftsmodell.
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