Ams Osram geht in eine Phase, in der Formalien und Bilanzpolitik eng zusammenlaufen. Die Hauptversammlung am 10. Juni liefert die Bühne, der größere Hebel liegt aber in Bonn: Dort prüft das Bundeskartellamt den geplanten Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon. Gelingt der Deal, bekommt der Schuldenabbau deutlich mehr Tempo.
Am Freitag notiert die Aktie bei 19,70 Euro und gibt damit 1,5 Prozent nach. Nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen wirkt das eher wie eine Pause als wie ein Bruch im Trend.
Hauptversammlung mit Umbau-Themen
Ams Osram hat die Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung veröffentlicht und die Aktionäre nach Premstätten eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen die üblichen Punkte: Jahres- und Konzernabschluss für 2025, Entlastung der Organe, Abschlussprüfer für 2026 und der Vergütungsbericht.
Ganz routinemäßig ist das Treffen trotzdem nicht. Zwei Sitze im Aufsichtsrat sind neu zu besetzen, während der Konzern noch mitten in der Neuordnung steckt. Das macht Personalfragen sensibler als in ruhigeren Jahren.
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Die Kursentwicklung erhöht den Druck zusätzlich. Seit Jahresanfang hat sich die Aktie mehr als verdoppelt; allein in den vergangenen 30 Tagen steht ein Plus von knapp 70 Prozent. Damit steckt im Kurs bereits viel Erwartung an den Umbau.
Bonn entscheidet über den größten Hebel
Das Bundeskartellamt prüft seit dem 3. März 2026 den geplanten Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon. Das Volumen liegt bei 570 Millionen Euro, rund 230 Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung wären Teil der Transaktion.
Eine Entscheidung wird noch im laufenden Quartal erwartet. Für Ams Osram geht es dabei nicht nur um einen Portfolio-Schritt, sondern um die Glaubwürdigkeit des Entschuldungsplans.
Bis 2028 sollen die jährlichen Finanzierungskosten von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro sinken. Bei positiver Kartellentscheidung würde der Verschuldungsgrad von 3,3 auf rund 2,5 fallen. Das wäre der größte Einzelbeitrag im laufenden Sanierungsprogramm.
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Verkäufe schaffen finanziellen Spielraum
Der Konzern hat bereits weitere Randaktivitäten abgestoßen. Der Verkauf von Entertainment & Industrial Lamps an Ushio ist abgeschlossen und brachte im März rund 90 Millionen Euro. Aus den Desinvestitionen erwartet Ams Osram insgesamt etwa 670 Millionen Euro.
Hinzu kommt der vereinbarte Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an indie Semiconductor für 40 Millionen Euro. Der Abschluss wird innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet. Auch dieser Schritt passt zur Strategie: weniger Randgeschäft, mehr Fokus auf digitale Photonik.
Operativ kam zuletzt Rückenwind dazu. Im ersten Quartal erzielte Ams Osram einen Umsatz von 796 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,5 Prozent. Das Halbleiter-Kernportfolio wuchs auf vergleichbarer Basis um rund acht Prozent.
Ende März 2026 verfügte der Konzern über liquide Mittel von 1,317 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung lag bei 1,071 Milliarden Euro und blieb damit weitgehend stabil.
Am 10. Juni dürfte deshalb weniger die Standardagenda zählen als der Ausblick auf Free Cash Flow, Photonik-Wachstum und den Infineon-Deal. Für 2026 hält Ams Osram am Ziel eines Free Cashflows von mehr als 300 Millionen Euro fest; für 2027 stellt der Vorstand einen Weg zu positivem Free Cashflow in Aussicht.
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