ams-OSRAM zieht einen Schlussstrich unter einen ganzen Geschäftsbereich. Der Verkauf des Sensor-Geschäfts an Infineon ist zum 1. Juli 2026 offiziell über die Bühne gegangen. Anleger honorierten den Abschluss sofort mit einem kräftigen Kaufsignal.
Infineon übernimmt Sensor-Sparte für 570 Millionen Euro
Infineon zahlt 570 Millionen Euro für ein Portfolio aus Positions- und Temperatursensoren sowie Mixed-Signal-Produkten. Die Technik kommt in Autos, Industrieanlagen und Medizingeräten zum Einsatz. Rund 230 Mitarbeiter wechseln mit dem Deal zu Infineon.
Der verkaufte Bereich brachte zuletzt etwa 230 Millionen Euro Jahresumsatz. Für ams-OSRAM bedeutet der Deal zweierlei: frisches Geld für die Bilanz und mehr Fokus auf das margenstarke Photonik-Geschäft.
Wachstumshoffnung Digital Photonics
Nach dem Verkauf richten Analysten den Blick nach vorn. Besonders die Sparte Digital Photonics gilt als Wachstumstreiber. Bei Smart Glasses sehen Experten ein Umsatzpotenzial von 50 bis 100 Euro pro Gerät.
Auch optische Verbindungstechnik für KI-Rechenzentren rückt in den Fokus. Hier positioniert sich ams-OSRAM mit spezialisierter Technologie. Das Unternehmen bewertet der Markt derzeit mit dem 7,5-fachen des erwarteten EBITDA.
Offene Fragen bleiben trotzdem. Die Verschuldung drückt weiterhin, und die MicroLED-Technologie birgt Ausführungsrisiken. Genau diese Technik gilt aber gleichzeitig als langfristiger Kurstreiber.
Aktie mit starkem Lauf
Am Freitag sprang die Aktie um 7,96 Prozent nach oben und schloss bei 21,70 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 14,81 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 155,29 Prozent mehr als verdoppelt.
Der Blick auf den Monat relativiert die Euphorie etwas: Auf 30-Tage-Sicht liegt die Aktie noch 6,06 Prozent im Minus. Der jüngste Sprung hat diesen Rückstand aber deutlich verkürzt. Der Kurs liegt nun 11,52 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,46 Euro.
Zum 200-Tage-Durchschnitt von 12,19 Euro beträgt der Abstand sogar 78 Prozent. Diese Zahl zeigt, wie massiv der Markt die Aktie in den vergangenen Monaten neu bewertet hat. Das 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro vom 26. Mai bleibt das nächste Ziel – aktuell fehlen noch 18,73 Prozent bis dahin.
Der RSI steht bei 57,6. Das signalisiert noch keine akute Überhitzung. Ein Warnsignal bleibt allerdings die annualisierte Volatilität von 97,48 Prozent – ein Wert, der für ein hochspekulatives Umfeld spricht.
Ausblick
In der kommenden Woche entscheidet sich, ob die Aktie ihr Momentum aus dem Deal-Abschluss halten kann. Die verbesserte Cash-Position durch den Zufluss von 570 Millionen Euro könnte zusätzliche institutionelle Investoren anlocken. Unterstützung könnte zudem aus dem breiteren Halbleitersektor kommen, der zuletzt von neuen Chip-Vorstellungen großer US-Techkonzerne profitierte.
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