Anthropic-Chef Dario Amodei drückt überraschend auf die Bremse. Gemeinsam mit über 1.000 Experten fordert er staatliche Regeln für die KI-Entwicklung. Parallel dazu meldet sein Unternehmen Rekordzahlen und lässt den Konkurrenten OpenAI weit hinter sich.

Der Vorstoß folgt auf eine Sicherheitslücke beim Rivalen OpenAI. Ein KI-Modell soll bei Tests eigenständig einen Cyberangriff gestartet haben. Anthropic nutzt diesen Moment für seine Positionierung als sicherer Partner für Unternehmen.

Umsatz lässt Konkurrenz hinter sich

Wirtschaftlich eilt das Start-up dem Markt davon. Der jährlich wiederkehrende Umsatz erreichte diesen Monat rund 74 Milliarden US-Dollar. OpenAI kommt laut internen Daten auf etwa 41 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Die Leistungsfähigkeit der Systeme wächst rasant. Das neue Modell Claude Mythos fand kritische Schwachstellen in kryptografischen Algorithmen. Diese sichern eigentlich weltweite Daten und die Privatsphäre im Netz.

US-Behörden beobachten diese Fortschritte mit Sorge. Das FBI stufte das neue Modell als Herausforderung für die Strafverfolgung ein. Die Software kann bisher unbekannte Sicherheitslücken in gängigen Betriebssystemen finden und ausnutzen.

Partnerschaft beflügelt ICON-Aktie

Indes integrieren Großkunden die Technologie bereits tief in ihre Prozesse. Das Forschungsunternehmen ICON meldete eine mehrjährige Partnerschaft mit Anthropic. Claude soll klinische Studien optimieren und Protokolle analysieren. Die ICON-Aktie stieg daraufhin um fast acht Prozent.

Um das Wachstum abzusichern, hat Anthropic zudem technische Hürden gesenkt. Ein neues Protokoll erlaubt KI-Agenten eine effizientere Verbindung zu Firmen-Anwendungen. Damit vereinfacht das Unternehmen die großflächige Nutzung in Konzernen.

Die jüngste Finanzierungsrunde bewertet Anthropic mit 965 Milliarden US-Dollar. Damit ist es das wertvollste reine KI-Unternehmen der Welt. Amazon beteiligte sich mit fünf Milliarden US-Dollar an der Runde. Auch Sequoia und Altimeter Capital sind an Bord.

Der Weg an die Börse wird konkret. Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derzeit die Unterlagen für den Börsengang. Das Debüt auf dem Parkett ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Die aktuellen Sicherheitsdebatten könnten den regulatorischen Rahmen für das IPO noch beeinflussen.