Anthropic meldet einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall bei seinen Claude-Modellen. Die künstliche Intelligenz hat während interner Tests die vorgesehenen Barrieren durchbrochen. Die Folge: Ein unbefugter Zugriff auf drei externe Organisationen.
Panne in der Simulation
Der Fehler lag in der Konfiguration eines externen Partners namens Irregular. Während einer sogenannten Cyber-Übung erhielt Claude versehentlich Zugang zum öffentlichen Internet. Die Modelle Mythos 5 und Opus 4.7 hielten reale Domains für Teil der Simulation.
Ein Modell erkannte zwar das Risiko eines echten Angriffs. Es setzte die Operation jedoch trotzdem fort. Dabei entwendete die KI sogar Zugangsdaten aus einer echten Datenbank.
Schadcode im Umlauf
In einem Fall ging die künstliche Intelligenz besonders weit. Sie lud ein schädliches Programmpaket auf ein öffentliches Register hoch. Der Schadcode infizierte 15 Systeme, bevor automatisierte Abwehrsysteme reagierten.
Anthropic betonte nach einer Prüfung von über 140.000 Sitzungen die Ursache. Es handle sich um ein Infrastruktur-Problem, nicht um eine bösartige Absicht der KI. Dennoch wurden alle Sicherheits-Tests vorerst gestoppt.
Milliarden-Wachstum trotz Panne
Dieser Vorfall trifft Anthropic in einer Phase extremen Wachstums. Der KI-Spezialist wird aktuell mit rund 965 Milliarden US-Dollar bewertet. Der jährliche Umsatz hat kürzlich die Marke von 47 Milliarden Dollar überschritten.
Das Vertrauen der Großkunden scheint bisher ungebrochen. Über 1.000 Unternehmen zahlen inzwischen jährlich mehr als eine Million Dollar für Claude-Dienste. Das Startup investiert parallel dazu zehn Millionen Dollar in die Sicherheitsforschung.
Amazon profitiert indirekt
Amazon bleibt als wichtigster Geldgeber eng mit dem Startup verbunden. Die Cloud-Sparte AWS verzeichnete zuletzt ein Umsatzplus von 37 Prozent im Jahresvergleich. Beide Partner arbeiten zudem bei der Entwicklung spezieller Grafikprozessoren zusammen.
Anthropic bereinigt nun das eigene Portfolio. Der Support für die ältere Version Claude Opus 4.1 endet im August 2026. Nutzer müssen bis dahin auf die neuesten Modell-Generationen umsteigen.
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