Ein Berater mit direkten Verbindungen zum US-Militär, ein Rohstoff mit fast zusammengebrochenen China-Exporten, und trotzdem ein Kurs, der seit Wochen abstürzt. Bei Antimony Resources klaffen fundamentale Story und Kursverlauf gerade deutlich auseinander.
Die Aktie notiert aktuell bei 0,31 Euro. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen verlor das Papier 15,72 Prozent, auf Monatssicht sogar 34,94 Prozent. Vom Jahreshoch bei 1,05 Euro im März trennen den Titel mittlerweile 70,49 Prozent.
Militärstratege verstärkt den Beirat
Am 14. Juli meldete Antimony Resources die Berufung von John M. Melkon in den Beirat. Melkon lehrt seit 2012 als Direktor und Assistenzprofessor an der United States Military Academy in West Point. Er leitet zudem das Critical Minerals Consortium, eine Organisation, die strategische Konzepte für Ausbildung und Einsatzplanung rund um kritische Rohstoffe koordiniert.
Seine Vita liest sich wie ein Lehrbuch der US-Verteidigungspolitik: Senior Operations Advisor der United States Army Africa, Strategic Operations Officer im Verteidigungsministerium. Die Personalie lässt sich als klares Signal lesen. Das Unternehmen will sein Projekt Bald Hill als heimische Bezugsquelle für militärtaugliches Antimon positionieren — gebraucht für Munition, Raketenlenksysteme und Flammschutzmaterialien.
China dreht den Hahn zu
Der eigentliche Treiber der Story liegt aber woanders: in Peking. Chinesische Exportbeschränkungen haben den Fluss asiatischer Antimon-Lieferungen Berichten zufolge um fast 97 Prozent einbrechen lassen. Westliche Regierungen suchen seitdem dringend nach alternativen Bezugsquellen.
Genau hier setzt Bald Hill an. Das Projekt in New Brunswick, Kanada, weist Antimon-Gehalte von 3 bis 4 Prozent auf — deutlich über dem globalen Durchschnitt von unter 1 Prozent. Höhere Erzgehalte bedeuten in der Regel weniger Gestein für dieselbe Metallmenge und damit potenziell bessere Margen.
Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain
Die Kennzahlen zur Kursentwicklung sprechen derzeit eine eindeutige Sprache. Der Relative-Stärke-Index ist auf 33,7 gefallen und nähert sich damit der überverkauften Zone. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,45 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 0,47 Euro — der aktuelle Kurs verfehlt beide Marken um rund 31 respektive 34 Prozent.
Auf Jahressicht bleibt trotz der jüngsten Talfahrt ein Plus von 261,21 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 0,09 Euro im vergangenen Juli. Die Kluft zwischen Jahreshoch und Jahrestief zeigt, wie volatil das Papier gehandelt wird — die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei rund 105 Prozent.
Nächster Prüfstein: die erste Ressourcenschätzung
Für die fundamentale Bewertung entscheidend wird die erste unabhängige Mineral Resource Estimate für Bald Hill. Das Unternehmen führt derzeit ein Bohrprogramm über 18.000 Meter durch, um die bekannte Mineralisierung in der Main Zone zu erweitern und neue Zielzonen zu testen.
Die Fertigstellung dieser ersten Ressourcenschätzung ist für das laufende Jahr geplant. Sie markiert den Übergang von einem reinen Explorationsziel zu einem formal bewerteten Vermögenswert — und dürfte damit zum eigentlichen Test werden, ob die geopolitische Story und die militärische Beraterbank den charttechnischen Abwärtstrend am Ende doch noch umkehren können.
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