Jahrelang lagen Apple und Meta im Dauerstreit, nun rücken die Rivalen bei künstlicher Intelligenz zusammen. Unter dem neuen Apple-Chef John Ternus entsteht eine Zusammenarbeit, die vor Kurzem noch undenkbar schien.

Muse Spark Open auf dem Mac Studio

Am Donnerstag stellten beide Konzerne eine gemeinsame Initiative vor. Entwickler sollen Metas neues Open-Weight-Modell Muse Spark Open auf Apples High-End-Desktops lokal betreiben können. Das Modell umfasst 816 Milliarden Parameter und nutzt eine Mixture-of-Experts-Architektur. Meta bezeichnet es als leistungsfähigstes Open-Weight-Modell mit einer Lizenz für begrenzte kommerzielle Nutzung.

Nutzer koppeln dafür zwei bis vier Mac Studios, etwa zum Programmieren oder für die Videoanalyse. Der Betrieb läuft lokal statt in der Cloud, was Sicherheit erhöhen und Kosten senken soll. Apple veröffentlichte zudem neue Benchmarks seiner Chips und technische Dokumentation zum MLX-Framework.

Billig wird das nicht. Ein Mac Studio mit M5-Ultra-Chip und 256 Gigabyte Speicher kostet mindestens 10.799 Dollar, und es braucht mehrere Geräte. Eine Variante mit 512 Gigabyte soll noch im Oktober folgen.

Strategische Signalwirkung

Marktbeobachter werten die Kooperation als Hinweis auf Apples wachsende Stärke bei KI-Chips, einem Feld, das bislang Nvidia dominiert. Für Meta ist es ein Vertrauensbeweis in die neu aufgestellten KI-Aktivitäten. Ob daraus eine tiefere Partnerschaft wird, ließen beide Seiten offen.

Apple setzt damit auf mehrere Partner. Mit Google besteht ein Gemini-Deal für Apple Intelligence, mit OpenAI liegt der Konzern im Rechtsstreit. Kritik an der KI-Strategie bleibt, weil die im September veröffentlichte neue Siri-Version hinter führenden Chatbots zurückbleiben soll.

Aktie nahe Rekordhoch

Am Mittwoch verkaufte Rechtschefin Jennifer Newstead im Rahmen eines 10b5-1-Plans 2.399 Aktien zu 345 Dollar. Das Papier notiert nahe seinem Jahreshoch von 348,15 Dollar und liegt auf Jahressicht rund 38 Prozent im Plus.

Die Analystenmeinungen gehen weit auseinander. KeyBanc bleibt bei „Underweight“ mit einem Kursziel von 250 Dollar. Bernstein sieht 370 Dollar, warnt aber vor möglichen Enttäuschungen bei der Margenprognose für das Dezemberquartal. Evercore ISI nennt 380 Dollar und verweist auf deutlich kürzere iPhone-18-Lieferzeiten in China.

Belastend wirkt das Umfeld: Der weltweite Smartphone-Markt brach im September-Quartal laut IDC um 22 Prozent ein, getrieben von steigenden Speicherkosten. Wie Apple die Margen im Dezemberquartal verteidigt, zeigt sich mit den nächsten Quartalszahlen.