Apple bereitet sich auf eine Ära des Umbruchs vor. Der Konzern strafft seine Hardwareentwicklung unter einem Dach und erweitert gleichzeitig sein KI-Portfolio. Die Aktie markiert derweil ein neues Allzeithoch.

Johny Srouji übernimmt die Regie

Apple zentralisiert seine Hardwareentwicklung unter Chief Hardware Officer Johny Srouji. Ziel ist es, Entwicklungszyklen zu verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen Chip- und Hardware-Design zu verbessern. Der Umbau kommt nicht von ungefähr: Am 1. September 2026 soll John Ternus den CEO-Posten übernehmen.

Im Zuge der Neuordnung wurden mehrere Schlüsselpositionen neu besetzt. Shelly Goldberg und Dave Pakula verantworten künftig das Produktdesign über das gesamte Geräteportfolio. Kate Bergeron konzentriert sich fortan auf Zuverlässigkeit und Materialauswahl. Die Maßnahmen sollen Entscheidungsprozesse für künftige Produktkategorien beschleunigen – darunter Robotik und anspruchsvolle Hardwareprojekte.

KI-gestützte Barrierefreiheit

Parallel zu den strukturellen Veränderungen bringt Apple eine neue Serie von KI-gestützten Barrierefreiheitsfunktionen. Die Ankündigung erfolgte am 22. Mai 2026. Die Tools sollen iPhones, iPads, Macs und das Vision Pro Headset nutzbarer machen.

Zu den Neuerungen gehören ein Sprachassistent für Bildbeschreibungen, eine eye-tracking-gesteuerte Mobilitätshilfe für Rollstuhlfahrer und eine automatische Untertitelung in iOS 27. Die Funktionen laufen lokal auf dem Gerät – ein klares Signal für Apples Fokus auf Datenschutz.

Rekordkurs trotz Umbau

Die Aktie notiert bei 263,40 Euro und damit auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Das entspricht einem Plus von knapp 14 Prozent seit Jahresbeginn und rund 48 Prozent auf Jahressicht. Der RSI liegt bei 43,9 – der Aufwärtstrend wirkt intakt, ohne überhitzt zu sein.

Fundamental stützt die starke Servicesparte mit knapp 31 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal. Der Gesamterlös lag bei 111,2 Milliarden Dollar, die Bruttomarge bei 49,27 Prozent. Das iPhone-Geschäft blieb mit 57 Milliarden Dollar leicht unter den Erwartungen – Lieferkettenprobleme bremsten. Apple erhöht die Dividende auf 0,27 Dollar und setzt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort.

Ausblick auf die Hardware-Pipeline

Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird ein Redesign der Apple Watch Ultra erwartet – mit erweitertem Sensor und Blutdruckmessung. Auch die MacBook Pro Reihe soll auf OLED-Technik umgestellt werden, wahrscheinlich Ende 2026 oder Anfang 2027. Apple navigiert durch eine Phase des Führungswechsels und der internen Neuausrichtung – operativ bleibt der Konzern auf Kurs.