Apple ist nach den Earnings mit Rekordzahlen gefragt, denn das iPhone bleibt Marktführer und mit dem iPhone Duo ist eine neue Generation gestartet. Wie geht es mit der Aktie weiter? Dies analysieren wir heute im Format „Aktien im Fokus“.

Apple mit neuen Produkten, Kurs vor Allzeithoch

Apple gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Unternehmen der Welt. Gegründet wurde der Konzern 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne. Mit dem Apple II gelang der Durchbruch im noch jungen Markt für Personal Computer. Später folgte mit dem Macintosh ein Rechner, der mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus neue Maßstäbe setzte.

Der Börsengang erfolgte 1980. Nach großen Erfolgen geriet Apple in den 1990er-Jahren allerdings zunehmend unter Druck. Die Rückkehr von Steve Jobs im Jahr 1997 leitete schließlich eine der bemerkenswertesten Unternehmenswenden der Wirtschaftsgeschichte ein. Mit Produkten wie iMac, iPod und später dem iPhone entwickelte sich Apple vom Computerhersteller zu einem globalen Technologiekonzern.

Der entscheidende Wendepunkt war die Vorstellung des iPhone im Jahr 2007. Apple kombinierte Telefon, Internetzugang und Musikplayer in einem Gerät und veränderte damit den gesamten Mobilfunkmarkt. Heute bildet das iPhone weiterhin das wirtschaftliche Zentrum des Konzerns. Rund um das Smartphone entstand jedoch ein umfangreiches Ökosystem aus Mac, iPad, Apple Watch, AirPods und zahlreichen Dienstleistungen.

Gerade dieses Ökosystem ist einer der größten Wettbewerbsvorteile. Wer mehrere Apple-Produkte verwendet, kann Geräte, Daten und Anwendungen sehr einfach miteinander verbinden. Gleichzeitig sorgt die riesige installierte Gerätebasis dafür, dass Apple zunehmend wiederkehrende Umsätze erzielen kann.

Besonders wichtig ist deshalb das Services-Geschäft. Dazu gehören unter anderem der App Store, iCloud, Apple Music, Apple TV und verschiedene Zahlungs- und Abonnementdienste. Im Gegensatz zum Hardwaregeschäft besitzt dieser Bereich besonders hohe Margen und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen iPhone-Generationen.

Wie stark das Geschäft weiter wächst, zeigen die Ende Juli veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Apple erzielte einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar und damit 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es war das beste Juniquartal der Unternehmensgeschichte.

Auch der Gewinn entwickelte sich stärker als der Umsatz. Der Gewinn je Aktie stieg um 29 Prozent auf 2,02 Dollar. Die Bruttomarge erreichte außergewöhnlich hohe 50,1 Prozent, wobei Apple allerdings von positiven Sondereffekten durch Zollrückerstattungen profitierte. Gleichzeitig erreichten iPhone, Mac und Services jeweils neue Umsatzrekorde für ein Juniquartal.

Neben den Geschäftszahlen steht momentan die nächste Produktgeneration im Mittelpunkt. Im September stellte Apple das iPhone 18 Pro und Pro Max sowie erstmals das faltbare iPhone Duo vor. Mit dem Duo steigt Apple vergleichsweise spät in den Markt für Foldable-Smartphones ein. Das Gerät startet in den USA bei 1.999 Dollar und soll die kompakte Bauform eines Smartphones mit einem deutlich größeren Display verbinden.

Für Apple ist dieser Schritt strategisch interessant. Der weltweite Smartphone-Markt ist inzwischen weitgehend gesättigt und die Austauschzyklen werden länger. Neue Geräteklassen und höhere durchschnittliche Verkaufspreise können deshalb wichtiger werden, um das iPhone-Geschäft weiter wachsen zu lassen. Ob das iPhone Duo tatsächlich ein Massenprodukt wird oder zunächst eine hochpreisige Nische bleibt, muss sich allerdings erst zeigen.

Noch wichtiger für die langfristige Bewertung der Apple-Aktie dürfte Künstliche Intelligenz werden. Hier stand Apple lange in der Kritik, gegenüber Microsoft, Alphabet und anderen Technologieunternehmen zurückzulegen. Während diese Unternehmen Milliarden in große KI-Modelle und Rechenzentren investierten, setzte Apple stärker auf die Integration von KI direkt in seine Geräte.

Mit Apple Intelligence soll sich das nun ändern. Apple verfolgt dabei einen eigenen Ansatz: Viele KI-Berechnungen sollen direkt auf iPhone, iPad oder Mac stattfinden. Für komplexere Aufgaben wird eine speziell abgesicherte Cloud-Infrastruktur genutzt. Datenschutz und die enge Verbindung von Hardware, Betriebssystem und KI sollen dabei zum Wettbewerbsvorteil werden.

Besonders entscheidend ist Siri. Der Sprachassistent soll wesentlich stärker kontextbezogen arbeiten und persönliche Informationen aus unterschiedlichen Anwendungen nutzen können. Damit versucht Apple, KI nicht lediglich als zusätzliche App anzubieten, sondern tief in das Betriebssystem und damit in die tägliche Nutzung seiner Geräte zu integrieren.

Die Chancen sind erheblich. Apple verfügt über eine installierte Basis von Milliarden aktiver Geräte. Neue KI-Funktionen können deshalb innerhalb relativ kurzer Zeit eine enorme Zahl von Nutzern erreichen. Gleichzeitig könnten leistungsfähigere KI-Funktionen einen neuen Austauschzyklus auslösen, weil ältere Geräte technisch nicht alle Funktionen unterstützen.

Für die Apple-Aktie ist allerdings entscheidend, ob daraus tatsächlich zusätzliches Wachstum entsteht. Der Konzern ist bereits so groß, dass selbst erfolgreiche neue Produkte die Gesamtentwicklung nur begrenzt beeinflussen können. Hinzu kommen regulatorische Risiken rund um den App Store, geopolitische Spannungen zwischen den USA und China sowie die weiterhin große Bedeutung des chinesischen Marktes und der asiatischen Lieferketten.

Ein weiterer Punkt ist die Bewertung. Apple wird von Anlegern längst nicht mehr wie ein klassischer Hardwarehersteller bewertet. Die hohe Kundenbindung, wiederkehrende Serviceumsätze, enorme Cashflows und umfangreiche Aktienrückkäufe rechtfertigen einen Bewertungsaufschlag. Gleichzeitig bedeutet dies, dass dauerhaft hohe Erwartungen im Aktienkurs enthalten sind.

Langfristig könnte gerade die Kombination aus Hardware, Services und Künstlicher Intelligenz die nächste Entwicklungsstufe darstellen. Apple muss nicht zwingend das leistungsfähigste KI-Modell der Welt entwickeln. Entscheidend könnte vielmehr sein, KI so tief in iPhone, Mac, Watch und andere Geräte zu integrieren, dass sie für Milliarden Nutzer zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Alltags wird. Mit dem iPhone Duo wagt der Konzern gleichzeitig den Einstieg in eine neue Smartphone-Kategorie.

Für die Aktie dürfte deshalb zunehmend eine Frage entscheidend werden: Kann Apple nach dem PC, dem iPod und dem Smartphone auch im KI-Zeitalter wieder eine zentrale Plattform für Verbraucher schaffen? Gelingt es dem Unternehmen, seine enorme installierte Gerätebasis mit leistungsfähiger KI zu verbinden, könnte darin der wichtigste Wachstumstreiber der kommenden Jahre liegen.

Wir blicken auf die neuen Geräte, die letzten Bilanzdaten und die nun wieder starke Entwicklung im Aktienkurs heute gern gemeinsam.

Das Video zur Apple Aktienanalyse

Im Format „US-Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig US-Aktien näher unter die Lupe. Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.

Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video:

Weitere Inspirationen bekommst Du kostenfrei aus der Aktien-Research-Liste nach kurzer Anmeldung per Mail zugesendet:

Aktien Research Andreas Bernstein

Risikohinweis für Trader

Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Jeder Anleger sollte, wenn möglich mit Hilfe eines externen Beraters, prüfen, ob diese Finanzinstrumente für seine persönliche Situation geeignet sind. Die auf einem Demokonto erzielten Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne. Der Einsatz eines Hebels beinhaltet das Risiko, mehr als den Gesamtbetrag des Kontos zu verlieren. Sie sind nicht verpflichtet, eine Hebelwirkung zu nutzen.