Applied Materials Aktie: 252 Millionen Dollar Strafe

Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials muss eine hohe Geldbuße für Exportverstöße nach China zahlen. Die Aktie zeigt sich trotz der Strafe robust, doch Analysten warnen vor den anstehenden Quartalszahlen.

Applied Materials Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordstrafe für Exportverstöße nach China
  • Aktienkurs zeigt sich erstaunlich robust
  • Analysten warnen vor schwachen Quartalsprognosen
  • Parallele Ermittlungen anderer Behörden eingestellt

Die Applied Materials Aktie zeigte sich am Mittwoch zunächst robust und kletterte im regulären Handel um 3,3 Prozent auf 339,88 Dollar. Im nachbörslichen Handel legte der Titel sogar noch ein Prozent zu – und das, obwohl das US-Handelsministerium eine Rekordstrafe gegen den Halbleiterausrüster verhängte.

Das Bureau of Industry and Security (BIS) wirft Applied Materials 56 Verstöße gegen US-Exportrichtlinien vor. Zwischen November 2020 und Juli 2022 soll das Unternehmen Chipfertigungsanlagen im Wert von mindestens 126 Millionen Dollar an Semiconductor Manufacturing International Corp (SMIC) geliefert oder zu liefern versucht haben – Chinas größten Chiphersteller. Die Strafe von 252,5 Millionen Dollar ist damit die zweithöchste, die das BIS jemals für Exportverstöße verhängt hat. Nur Seagate Technology musste 2023 mit 300 Millionen Dollar noch tiefer in die Tasche greifen.

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Ermittlungen abgeschlossen

Applied Materials reagierte mit einer knappen Stellungnahme: Man sei erfreut, die Angelegenheit beigelegt zu haben. Das Unternehmen berief sich auf ein „Missverständnis“ bei der Anwendbarkeit der Export Administration Regulations. Immerhin gab es auch positive Nachrichten: Sowohl das US-Justizministerium als auch die Börsenaufsicht SEC stellten ihre parallelen Untersuchungen ohne weitere Maßnahmen ein.

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Applied Materials gewarnt, dass die verschärften US-Exportkontrollen gegenüber China die Umsätze belasten würden. Sowohl die Biden- als auch die Trump-Administration hatten strikte Beschränkungen für Chip-Exporte nach China verhängt, um Pekings Fortschritte bei künstlicher Intelligenz zu bremsen.

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Vorsicht vor Quartalszahlen

Während die Strafe die Anleger nicht schreckte, gibt es aus anderer Richtung Gegenwind. Das Analysehaus Lynx Equity warnt vor zu hohen Erwartungen an die Quartalszahlen, die heute anstehen. Nach verhaltenen Ergebnissen im vierten Quartal hatte die Aktie damals dennoch eine „kraftvolle Aufwärtsbewegung“ gestartet – mit einem Plus von 81,23 Prozent in den vergangenen sechs Monaten und einem Wochenplus von 11,81 Prozent nähert sich der Titel nun seinem 52-Wochen-Hoch von 344,60 Dollar.

Lynx rechnet damit, dass Applied Materials für das zweite Quartal nur ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich prognostizieren wird – näher an den mageren 1,5 Prozent von KLA Corporation als an den 6,6 Prozent des Wettbewerbers Lam Research. Das könnte die jüngsten Kursgewinne gefährden. Die Analysten bevorzugen daher weiterhin Lam Research mit einem Kursziel von 280 Dollar und warten auf konkrete Details aus dem heutigen Earnings Call, bevor sie ihr Kursziel für Applied Materials aktualisieren.

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