Der Chip-Ausrüster Applied Materials steht vor einem gewaltigen Wachstumsschub. Künstliche Intelligenz zwingt Halbleiterhersteller weltweit zu massiven Investitionen. Das Management rechnet mit einem mehrjährigen Ausbau der Kapazitäten. Die Aktie reagierte am Donnerstag prompt und kletterte um 3,32 Prozent auf 519,10 Euro.

Advanced Packaging als Wachstumstreiber

Den größten Optimismus versprüht das Geschäft mit dem sogenannten Advanced Packaging. Hier plant das Management für das Jahr 2026 ein Umsatzplus von mehr als 50 Prozent. Die Ursache: KI-Chips werden zunehmend komplexer. Sie benötigen speziellen Speicher mit hoher Bandbreite und eine aufwendige Logik-Integration.

Diese strategische Ausrichtung folgt auf ein starkes zweites Quartal. Der Konzern steigerte den Umsatz auf 7,91 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,86 US-Dollar. Damit übertraf Applied Materials die Erwartungen der Wall Street deutlich. Morgan Stanley reagierte umgehend und hob das Kursziel auf 647 US-Dollar an.

Konsolidierung auf hohem Niveau

Aktuell notiert das Papier knapp ein Fünftel unter seinem Ende Juni erreichten Jahreshoch. Analysten werten diesen Rücksetzer eher als Gewinnmitnahme. Eine fundamentale Schwäche liegt nicht vor. Im Gegenteil. Experten schätzen den Markt für Wafer-Ausrüstung bis 2027 auf über 300 Milliarden US-Dollar.

Auf lange Sicht beweist die Aktie enorme Widerstandskraft. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 126 Prozent. Parallel dazu hält sich der Kurs stabil über der wichtigen 50-Tage-Linie. Aktionäre erhalten derweil eine Quartalsdividende von 0,53 US-Dollar.

Für das anstehende dritte Quartal peilt der Vorstand einen Gewinn zwischen 3,16 und 3,56 US-Dollar je Aktie an. Erreicht das Unternehmen diese Spanne, dürfte das den langfristigen Aufwärtstrend eindrucksvoll untermauern.