Applied Optoelectronics treibt die Expansion seiner Produktionskapazitäten massiv voran. Am 31. August schloss das Unternehmen zwei langfristige Mietverträge mit Hightower Phase II ab, um zusätzliche Fertigungsflächen im Raum Houston zu sichern.

Dieser Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der der Spezialist für optische Vernetzungslösungen auf die weltweit steigende Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz und Cloud-Rechenzentren reagiert. Die neuen Flächen in Texas sollen den Standort stärken und die technologische Skalierung unterstützen.

Kapazitätsausbau für Hochgeschwindigkeits-Transceiver

Die räumliche Erweiterung dient primär der Erhöhung der Ausstoßmengen bei hochmodernen Transceivern. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt ein starkes Wachstum bei 800G-Produkten, deren Absatzvolumen sich bereits im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppelt hat. Applied Optoelectronics zielt darauf ab, die monatliche Produktionskapazität bis zum Ende des laufenden Jahres signifikant zu steigern.

Nach aktuellen Planungen soll die Kapazität bis Ende 2026 auf rund 650.000 Einheiten pro Monat für Produkte im Bereich von 800G und 1,6 Tb ansteigen. Momentan nähert sich die gesamte Fertigungskapazität des Konzerns einer Marke von 200.000 Einheiten monatlich an. Die Standorterweiterung in Houston ist damit eine notwendige Voraussetzung, um diese ambitionierten Produktionsziele technisch und logistisch realisieren zu können.

Starke operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2026

Flankiert wird der physische Ausbau durch eine positive Geschäftsentwicklung. Vor rund einem Monat meldete Applied Optoelectronics für das zweite Quartal 2026 das fünfte Rekordquartal in Folge beim Umsatz und erreichte die Rückkehr in die Gewinnzone auf Non-GAAP-Basis. Das Management hob in diesem Zusammenhang die Prognose für das Gesamtjahr an: Erwartet wird nun ein Jahresumsatz von über 1,1 Milliarden US-Dollar.

Das operative Ergebnis soll im Gesamtjahr die Marke von 140 Millionen US-Dollar überschreiten, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahresniveau entsprechen würde.

Für das aktuell laufende dritte Quartal gab das Unternehmen eine Umsatzspanne von 255 Millionen bis 290 Millionen US-Dollar vor. Beim Gewinn pro Aktie wird ein Wert zwischen 0,11 und 0,26 US-Dollar angestrebt, womit die ursprünglichen Erwartungen des Marktes leicht unterschritten wurden.

Finanzielle Absicherung der Wachstumsstrategie

Um die hohen Investitionen in den Kapazitätsausbau und die technologische Entwicklung zu finanzieren, hat der Konzern vorsorglich den Kapitalmarktzugang erweitert.

Vor gut drei Wochen wurde ein „At-the-Market“-Programm (ATM) aufgelegt, in dessen Rahmen Applied Optoelectronics Stammaktien im Wert von bis zu 600 Millionen US-Dollar emittieren kann. Begleitet wird diese Maßnahme durch die Investmenthäuser Raymond James & Associates sowie Needham & Company.

An der Börse wird die Aktie heute bei 92,50 € gehandelt. Trotz einer Korrekturbewegung in den vergangenen Wochen notiert das Papier damit weiterhin etwa 4,5 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs für Anleger auf 193 %, was die hohen Erwartungen des Marktes an die führende Rolle des Unternehmens bei der optischen Infrastruktur für KI-Anwendungen unterstreicht.