Australiens Antwort auf Chinas Dominanz bei Seltenen Erden nimmt konkrete Formen an. Arafura Rare Earths hat die finale Investitionsentscheidung für das Nolans-Projekt getroffen. Damit entsteht die erste vollständig integrierte Mine-to-Oxide-Anlage des Landes.

Den entscheidenden Anstoß lieferte die staatliche Export Finance Australia (EFA). Die Agentur kauft künftig 500 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) pro Jahr für die strategische Rohstoffreserve der Regierung. Dieser Schritt hievt die vertraglich gesicherte Abnahmemenge auf gut 80 Prozent der geplanten Kapazität.

Strategische Allianzen für den Westen

Das Projekt nördlich von Alice Springs zielt direkt auf die globalen Lieferketten ab. Sobald die Anlage läuft, soll sie rund fünf Prozent des weltweiten NdPr-Bedarfs decken — ein unverzichtbarer Rohstoff für Elektromotoren und Windkraftanlagen. Mehrere internationale Industriekonzerne haben sich bereits feste Kontingente gesichert:

  • Hyundai und Kia: 1.500 Tonnen jährlich
  • Traxys: 800 Tonnen jährlich
  • Siemens Gamesa: 520 Tonnen jährlich
  • Export Finance Australia: 500 Tonnen jährlich

Für die Umsetzung schnürt das Management ein gewaltiges Finanzierungspaket. Der Kapitalbedarf beläuft sich auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Den Löwenanteil deckt ein Fremdkapitalkonstrukt von gut einer Milliarde Dollar ab. Flankiert wird dies von Mitteln des National Reconstruction Fund und internationaler Exportkreditagenturen.

An der Börse schlug die Nachricht sofort ein. Die Papiere von Arafura Rare Earths sprangen um 13,6 Prozent nach oben und erreichten 0,335 Australische Dollar.

Produktionsstart rückt in Sichtweite

Der Zeitplan steht nun fest. Im September 2026 rollen die Bagger an. Die Bauphase veranschlagt das Unternehmen auf 30 Monate, sodass Mitte 2029 die kommerzielle Produktion anlaufen soll.

Auf eine geplante Lebensdauer von fast vier Jahrzehnten ausgelegt, wird die Anlage dann jährlich über 4.400 Tonnen NdPr-Oxid ausstoßen. Als eines von nur zwei Prioritätsprojekten im amerikanisch-australischen Rohstoffabkommen zementiert Nolans damit seine Rolle in der westlichen Strategie für unabhängige Lieferketten.