Nach einer der größten Kapitalerhöhungen in der Geschichte australischer Seltener-Erden-Unternehmen kehrte die Arafura-Aktie mit einem Kursrutsch zurück an die Börse. Der Rückgang ist schmerzhaft — aber erklärbar.
Platzierung zu Rabattpreis drückt Kurs
Am 25. Mai fiel die Aktie um 11 Prozent auf 27,5 australische Cent. Auslöser war die Wiederaufnahme des Handels nach einer Handelspause, in der Arafura 350 Millionen australische Dollar über eine institutionelle Platzierung eingesammelt hatte.
Der Ausgabepreis lag bei 26 Cent je neuer Aktie — ein Abschlag von 16,1 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 31 Cent. Solche Abschläge sind bei großvolumigen Platzierungen üblich, treffen Bestandsaktionäre aber unmittelbar.
Trotz des Rücksetzers bleibt die längerfristige Bilanz positiv. Auf Jahressicht hat die Aktie fast 90 Prozent zugelegt.
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Zweite Tranche braucht Aktionärsstimmen
Die Platzierung läuft in zwei Teilen. Die erste Tranche über rund 175,5 Millionen australische Dollar ist bereits abgeschlossen. Die zweite Tranche über 174,5 Millionen australische Dollar hängt von der Zustimmung der Aktionäre ab — die Abstimmung ist für Juli 2026 geplant.
Scheitert das Votum, fehlt knapp die Hälfte des geplanten Emissionserlöses. In gut unterstützten Platzierungen ist eine Ablehnung selten, ausgeschlossen ist sie nicht.
Reichen die Mittel aus beiden Tranchen, erfüllt Arafura außerdem Eigenkapitalbedingungen, die an staatliche Finanzierungszusagen aus Australien und Deutschland geknüpft sind.
Nolans-Projekt: Abnehmer gesichert, Bau ab September
Das Kernprojekt steht auf solidem Fundament. Arafura hat bereits rund 93 Prozent seines Abnahmeziels für Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) vertraglich gesichert. Zu den Abnehmern zählen die südkoreanischen Autobauer Hyundai und Kia, der Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa RE sowie der Rohstoffhändler Traxys.
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Der Baustart am Nolans-Projekt, 135 Kilometer nördlich von Alice Springs, ist für September 2026 geplant. Die erste Produktion soll ab Mitte 2029 anlaufen. Die Anlage soll jährlich 4.440 Tonnen NdPr-Oxid produzieren — etwa 5 Prozent der globalen Nachfrage.
Staatliche Rückendeckung komplettiert Finanzierungspaket
Die Platzierungserlöse ergänzen bereits zugesagte Eigenkapitalmittel von rund 430 Millionen australischen Dollar. Diese stammen vom German Raw Materials Fund, von Export Finance Australia und vom National Reconstruction Fund Corporation. Damit gilt der Eigenkapitalanteil am Nolans-Projekt als vollständig finanziert.
Australien will zum wichtigsten Lieferanten kritischer Rohstoffe für seine Verbündeten werden. Arafura soll 500 Tonnen NdPr in die australische strategische Mineralreserve liefern, die noch in diesem Jahr operativ werden soll.
CEO Darryl Cuzzubbo sprach von einer „klaren Bestätigung“ für das Nolans-Projekt und bekräftigte das Ziel, im September mit dem Bau zu beginnen.
Der Juli-Aktionärsbeschluss ist damit das nächste konkrete Datum im Kalender. Fällt er positiv aus, ist der Weg zum Baustart frei.
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