Argo Graphene Solutions hat am Montag eine weitere Kapitalerhöhung angekündigt – und die Anleger reagieren mit Verkäufen. Die Aktie verliert am heutigen Donnerstag 4,4 Prozent und fällt auf 0,6940 Euro, nachdem sie am Vortag noch bei 0,7260 Euro geschlossen hatte.
Bis zu einer Million Dollar für Chicago-Expansion
Das Unternehmen plant eine nicht-vermittelte Privatplatzierung von bis zu 1.000.000 Units zu je 1,00 US-Dollar. Jede Unit besteht aus einer Stammaktie und einem Warrant, der zu 1,20 US-Dollar innerhalb eines Jahres ausgeübt werden kann. Der Abschluss der Transaktion ist für den 25. August vorgesehen, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen, unter anderem durch die Canadian Securities Exchange.
Die Erlöse sollen laut Unternehmensangaben in die Kommerzialisierung der STREAM™-Technologie fließen. Konkret geht es um die Sicherung und den Ausbau einer Anlage im Raum Chicago sowie den Aufbau einer Graphen-Raffinerie. Ein Teil des Kapitals ist zudem für allgemeine Unternehmenszwecke und das Working Capital vorgesehen.
Für Anleger ist die Botschaft zweischneidig: Einerseits signalisiert die Finanzierung, dass Argo Graphene seine Wachstumspläne konkret vorantreibt. Andererseits bedeutet die Ausgabe neuer Aktien eine Verwässerung bestehender Anteile – ein Umstand, der an Kapitalmärkten regelmäßig kurzfristigen Verkaufsdruck erzeugt. Genau dieses Muster zeigt sich heute im Kursverlauf.
Bereits zweite Kapitalrunde binnen weniger Monate
Die aktuelle Platzierung ist nicht die erste dieser Art in diesem Jahr. Bereits am 4. Juni hatte Argo Graphene eine zuvor angekündigte, aufgestockte Privatplatzierung abgeschlossen und dabei 1.154.220 Units zu je 0,55 kanadischen Dollar ausgegeben – ein Bruttoerlös von 634.821 kanadischen Dollar.
Die Wiederholung einer solchen Maßnahme innerhalb weniger Monate deutet darauf hin, dass das Unternehmen seinen Kapitalbedarf für die geplante Expansion kontinuierlich nachjustiert.
Operativ hat sich beim kanadischen Graphen-Spezialisten zuletzt einiges getan. Im Juli übernahm Dr. Vikas Berry, Gründer von Grapherry und Erfinder der STREAM™-Technologieplattform, den Chefposten des Unternehmens.
Kurz zuvor, Ende Juni, hatte Argo Graphene eine Lizenz- und Technologietransfervereinbarung mit Grapherry, Inc. abgeschlossen und sich damit die Rechte an der proprietären STREAM-Produktionsplattform sowie den zugehörigen geistigen Eigentumsrechten gesichert.
Mitte Juli folgten zudem ermutigende erste Ergebnisse aus einem Programm zu Graphenoxid-Zementadditiven, die auf Basis der STREAM-Technologie hergestellt wurden.
Einordnung für Anleger
Trotz des heutigen Rücksetzers bleibt die Aktie deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,5898 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Die Volatilität des Papiers bleibt mit annualisiert 77 Prozent hoch – ein Umstand, der bei einem noch jungen, kapitalintensiven Technologiewert wie Argo Graphene wenig überrascht.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, ob die geplante Finanzierung wie angekündigt zum 25. August abgeschlossen wird und ob das Unternehmen greifbare Fortschritte beim Aufbau der Chicago-Anlage vorweisen kann. Bis dahin bleibt die Verwässerungssorge der bestimmende Faktor für die kurzfristige Kursbewegung.
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