Freitag, 52-Wochen-Hoch. ASML schloss die Woche bei 1.403,40 Euro — dem höchsten Stand der vergangenen zwölf Monate. Dahinter steckt mehr als eine technische Erholung.
Starke Wochenbilanz nach holprigem Start
Die Woche begann mit Verlusten. Montag und Dienstag drückten den Kurs auf ein Wochentief von rund 1.243 Euro. Ab Mittwoch drehte die Stimmung: Kursgewinne von über sechs Prozent am Mittwoch, gefolgt von weiteren Aufschlägen bis zum Wochenschluss. Unterm Strich steht ein Wochenplus von 8,4 Prozent.
Das Jahresplus beträgt inzwischen 42 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs mehr als verdoppelt — ein Plus von 113,8 Prozent gegenüber dem August-Tief bei 593,60 Euro.
KI-Infrastruktur treibt die Nachfrage
Den fundamentalen Rückenwind liefert ASML selbst. Im Quartalsbericht für Q1 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro und eine Bruttomarge von 53 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 2,8 Milliarden Euro.
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Entscheidender als die Vergangenheitszahlen war der Ausblick. ASML hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Das Management begründete das direkt mit der KI-Infrastruktur: Die Chipnachfrage übersteige das Angebot, Kunden hätten ihren kurz- und mittelfristigen Bedarf an EUV- und DUV-Systemen erhöht.
Aktienrückkäufe stützen den Kurs
Parallel laufen die Rückkäufe unter dem Programm für 2026 bis 2028. Im ersten Quartal kaufte ASML eigene Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Zuletzt erfolgten Rückkäufe zu gewichteten Durchschnittskursen zwischen 1.296 und 1.349 Euro — täglich rund 15,9 Millionen Euro.
Das schafft keinen neuen strategischen Impuls, stützt aber die Bewertung im Hintergrund.
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Technisches Bild: Kurs über allen Durchschnitten
ASML notiert deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.230 Euro und weit über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.026 Euro. Das Wochenhoch bei rund 1.413 Euro markiert nun die nächste charttechnische Referenz.
Der RSI liegt bei 31,9 — ein Wert, der trotz der starken Wochenperformance keine überkaufte Situation signalisiert. Die annualisierte Volatilität von knapp 50 Prozent zeigt allerdings: Ruhig wird es nicht.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Nachfrage nach High-NA-Systemen die erhöhte Jahresprognose trägt — oder ob der Kurs auf dem neuen Niveau zunächst Luft holen muss.
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