ASML hält den Fuß auf dem Gaspedal – und zwar beim Aktienrückkauf. In der Woche vom 18. bis 22. Mai erwarb der niederländische Chipausrüster täglich zwischen 11.400 und 12.600 eigenen Aktien. Die Kurse lagen dabei zwischen 1.255 und 1.393 Euro pro Papier. Jeder einzelne Handelstag schlug mit rund 15,9 Millionen Euro zu Buche.
Das Tempo ist bemerkenswert konstant. Bereits in der Vorwoche hatte ASML täglich etwa 12.000 Aktien gekauft – ebenfalls für rund 15,9 Millionen Euro pro Tag. Im ersten Quartal summierte sich das Volumen auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Das laufende Rückkaufprogramm läuft bis 2028 und wurde im Januar 2026 aufgelegt.
CEO erwartet angespannten Markt
Die Rückkäufe sind kein Selbstläufer. Sie fallen in eine Phase, in der der Halbleitermarkt zwar boomt, aber unter Spannung steht. ASML-Chef Christophe Fouquet beschrieb die Lage als „angespannt“ – mit knappen Kapazitäten für absehbare Zeit. Der Grund: Tech-Konzerne investieren hunderte Milliarden in Rechenzentren für KI-Chips. TSMC, Samsung, SK Hynix und Intel treiben den Ausbau voran. Und alle brauchen die Belichtungsanlagen von ASML.
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Fouquet zufolge reagiert das Unternehmen mit höherer Produktion und effizienteren Maschinen. Ein besonderer Hoffnungsträger: die neue High-NA-EUV-Technologie. Damit lassen sich kleinere Chips fertigen. Schon in den kommenden Monaten sollen die ersten Logikchips vom Band laufen. Produktdaten für Logik- und Speicherchips folgen noch dieses Jahr.
Guidance bleibt breit – wegen Exportkontrollen
ASML rechnet für 2026 mit Umsätzen zwischen 36 und 40 Milliarden Euro. Die Marge soll bei 51 bis 53 Prozent liegen. Die Bandbreite ist bewusst weit gefasst. Sie soll mögliche Auswirkungen der Exportkontrollen abfedern, über die weiterhin politisch verhandelt wird.
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Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 8,8 Milliarden Euro. Die Marge erreichte 53 Prozent, der Nettogewinn 2,8 Milliarden. 51 Prozent des Umsatzes entfielen auf Speicherchips – Kunden wie Samsung und SK Hynix bauen massiv aus.
Parallel zum Rückkaufprogramm erhöht ASML die Dividende. Für das Geschäftsjahr 2025 sind 7,50 Euro je Aktie vorgesehen – ein Plus von 17 Prozent. Die Schlussdividende von 2,70 Euro wird der Hauptversammlung vorgeschlagen, nachdem bereits drei Zwischendividenden von je 1,60 Euro gezahlt wurden.
Die Kombination aus aggressivem Rückkauf, steigender Dividende und Milliardeninvestitionen zeigt: ASML ist bereit, in diesem Zyklus alles aus einer Hand zu finanzieren. Ob die angespannte Marktlage tatsächlich so lange anhält, wie Fouquet prognostiziert, bleibt abzuwarten. Die Rückkauf-Zahlen der letzten Woche sprechen zumindest für Zuversicht.
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