ASML kauft eigene Aktien weiter zurück — und zwar nahe Rekordniveau. Der Chipausrüster hält sein Kapitalrückgabeprogramm auch nach der starken Rally am Laufen. Genau diese Mischung aus operativer Stärke, hoher Bewertung und konsequenten Rückkäufen macht die Aktie derzeit so sensibel.
Rückkäufe nahe Rekordkursen
ASML meldete am Dienstag Käufe an jedem Handelstag der Vorwoche. Vom 18. bis 22. Mai erwarb der Konzern insgesamt 60.461 eigene Aktien. Der Gegenwert lag bei rund 79,36 Millionen Euro.
Die gewichteten Durchschnittspreise reichten von 1.255,36 Euro bis 1.392,69 Euro je Aktie. Im Schnitt zahlte ASML damit etwa 1.312,63 Euro. Das ist relevant, weil der Konzern damit auch auf erhöhtem Kursniveau Kapital in die eigene Aktie steckt.
Die Aktie notiert aktuell bei 1.385,80 Euro und verliert am Dienstag 2,46 Prozent; auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 10,12 Prozent. Seit Jahresanfang beträgt der Gewinn 40,22 Prozent, im Jahresvergleich sogar 110,61 Prozent, während der Kurs nur 2,46 Prozent unter dem jüngsten Hoch liegt.
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Kapitalrückgabe bleibt zentral
Das laufende Rückkaufprogramm hatte ASML am 28. Januar angekündigt. Es kann bis zu 12 Milliarden Euro erreichen und soll bis Ende 2028 laufen.
Bis zu zwei Millionen zurückgekaufte Aktien sind für Mitarbeiterprogramme vorgesehen. Der Rest soll eingezogen werden, sofern ASML das Programm nicht aussetzt, ändert oder beendet.
Die aktuelle Meldung ist damit keine neue Strategieansage. Sie gibt aber einen klaren Blick auf Tempo und Preisniveau der Rückkäufe. Für den Markt zählt: ASML setzt das Programm nicht nur formal fort, sondern kauft aktiv zu hohen Kursen.
KI-Nachfrage stützt den Ausblick
Operativ steht ASML weiter stark da. Zum Jahresauftakt erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von 8,8 Milliarden Euro, die Bruttomarge lag bei 53,0 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 2,8 Milliarden Euro.
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Für das laufende Quartal peilt ASML 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro Umsatz an. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 52 Prozent liegen.
Für 2026 hob der Vorstand den Umsatzausblick auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Bei der Bruttomarge lautet die Zielspanne 51 bis 53 Prozent.
Der wichtigste Treiber bleibt die Nachfrage nach Lithografiesystemen. ASML profitiert davon, dass Halbleiterkunden ihre Investitionspläne wegen KI-Infrastruktur und zusätzlicher Chipkapazitäten anpassen. Das stützt die Erwartung, dass die Nachfrage nicht nur kurzfristig robust bleibt.
Kapitalrückgabe war bereits im Auftaktquartal sichtbar. Unter dem Programm 2026 bis 2028 kaufte ASML Aktien für rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Die jüngste Wochenmeldung verlängert dieses Muster in das laufende Quartal.
Der Kursrückgang am Dienstag zeigt dennoch: Rückkäufe verhindern keine kurzfristigen Gewinnmitnahmen. Der nächste Prüfstein liegt bei Auftragseingang, Bruttomarge und Exportkontrollen. Passen diese Faktoren weiter zur Jahresprognose, bleibt die hohe Bewertung besser unterfüttert; brechen sie auseinander, werden Rückkäufe allein kaum reichen.
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