ASML: Apple-Intel-Deal könnte 4,6 Milliarden Euro bringen

Asml Aktie

Starke Nachfrage, verspätete Zukunftstechnik: Bei ASML verschiebt sich der Blick. Nicht die teuersten High-NA-Systeme liefern die nahe Story, sondern die bestehende EUV-Flotte. Der mögliche Foundry-Deal zwischen Apple und Intel macht diese Linie noch interessanter.

Apple-Deal könnte Low-NA-Nachfrage treiben

Apple und Intel arbeiten offenbar an einer Foundry-Vereinbarung. Für ASML wäre das mehr als eine Randnotiz. Intel müsste für zusätzliche Spitzenfertigung neue EUV-Anlagen bestellen, und genau hier sitzt der niederländische Ausrüster am Hebel.

Bank of America beziffert den möglichen Wert der Kooperation auf bis zu 10 Milliarden Dollar. Im Basisszenario ohne iPhone erwartet die Bank ASML-Aufträge von rund 1,8 Milliarden Euro. Kommt das iPhone hinzu, könnte der Bedarf auf 4,6 Milliarden Euro steigen.

Das wären nach der Schätzung 15 EUV-Systeme. Offen bleibt, welche Apple-Chips Intel bauen würde. Ebenso ungeklärt ist, ob Intel 18A oder 14A zum Einsatz kämen.

Die Aktie spiegelt diese Erwartung bereits teilweise. Am Mittwoch notiert ASML bei 1.310 Euro, ein Tagesplus von 1,33 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Gewinn von 32,55 Prozent zu Buche.

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High-NA rückt nach hinten

Der Timing-Effekt ist wichtig. TSMC will ASMLs modernste High-NA-EUV-Maschinen erst später nutzen. Der Konzern verweist auf hohe Kosten und ausreichende Leistung der heutigen Systeme.

Eine einzelne High-NA-Anlage kostet mehr als 350 Millionen Euro. TSMC dürfte frühestens 2029 einsteigen. Bernstein wertet das nicht als Überraschung, da TSMC die Technik beim A14-Knoten ohnehin nicht eingeplant hatte.

Intel setzt dagegen auf die Rolle des Vorreiters. Der Konzern will High-NA für seinen kommenden 14A-Foundry-Knoten nutzen. Samsung hat sich ebenfalls einen weiteren High-NA-Scanner für Anfang 2026 gesichert.

Für ASML ist das kein reines Problem. Der Umsatzhebel liegt kurzfristig eher bei Low-NA-EUV. Diese Anlagen bleiben für moderne Logikchips und DRAM zentral.

Prognosen steigen trotz Liefergrenzen

Bank of America rechnet nun mit 65 Low-NA-EUV-Auslieferungen im Jahr 2026. Für das Folgejahr erwartet die Bank 85 Systeme. Als Käufer nennt sie TSMC, Samsung, Intel, Micron und SK Hynix.

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Zwischen diese Zahlen gehört die operative Realität. ASML kann die Nachfrage offenbar nicht vollständig bedienen. Das stützt Preise und Margen, schafft aber auch Druck auf die Lieferkette.

ASML selbst stellt mindestens 60 Low-NA-Systeme für 2026 in Aussicht. Im Folgejahr sollen es 80 sein. Die Umsatzspanne für 2026 hob der Konzern auf 36 bis 40 Milliarden Euro an.

Bank of America bleibt bei „Buy“ und erhöhte das Kursziel auf 1.710 Euro. Zuvor lag es bei 1.598 Euro. Die Begründung: mehr Low-NA-Auslieferungen und bessere Gewinnschätzungen.

Die Basis ist solide. Im ersten Quartal erzielte ASML 8,77 Milliarden Euro Umsatz und 2,76 Milliarden Euro Nettogewinn. Der Auftragsbestand liegt bei 38,8 Milliarden Euro.

Der nächste Prüfstein ist weniger die High-NA-Debatte als die konkrete Ausgestaltung des Apple-Intel-Deals. Umfasst er große Apple-Chips, wächst Intels Bedarf an EUV-Kapazität spürbar. Ohne iPhone bliebe der Impuls kleiner, aber ASMLs Low-NA-These wäre weiter intakt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.