ASML baut seine Taiwan-Präsenz massiv aus. Der Chipausrüster erhöht sein Einstellungsziel für 2026 von ursprünglich 600 auf 1.000 neue Mitarbeiter. Grund ist die rasante Nachfrage nach Lithografiesystemen für die Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur.

Taiwan ist ein zentraler Standort für ASML. Das Land beherbergt rund zehn Prozent der gesamten Belegschaft – mehr als 4.500 Angestellte. Grace Wang, ASML-Vizepräsidentin und Taiwan-Geschäftsführerin, bestätigte die Entscheidung. Die neuen Stellen fallen in die Bereiche Kundenservice, Fertigung und Lieferkettenmanagement. Diese Rollen sind essenziell für Kunden wie TSMC, das hochmoderne Chips mit EUV- und DUV-Lithografie produziert.

Die wirtschaftliche Bedeutung Taiwans ist enorm. Jährlich erwirtschaftet die Region rund 8,3 Milliarden Euro für ASML. Das entspricht etwa 25,5 Prozent des weltweiten Konzernumsatzes. ASML betreibt aktuell zwei Fabriken in Taiwan. Ein dritter Standort in New Taipei City ist im Bau.

KI-Hunger treibt die Nachfrage

Der Personalausbau folgt einer klaren Strategie. ASML hob die Umsatzprognose für 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Das Management spricht von einer „unstillbaren Nachfrage“ nach KI-Chips. Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll bei 51 bis 53 Prozent liegen – trotz Exportkontrollen und geopolitischer Unsicherheiten.

Die Aktie hat eine beeindruckende Rallye hinter sich. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs um 41,8 Prozent, im Zwölfmonatsvergleich sogar um 110 Prozent. Am Dienstag notierte die ASML-Aktie bei 1.401,40 Euro. Das sind nur 1,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.420,80 Euro. Der RSI von 49,9 signalisiert eine neutrale Verfassung. Dennoch bleibt die Volatilität hoch – annualisiert bei knapp 50 Prozent.

Analysten uneins – Potenzial trifft auf Bewertungssorgen

Die UBS hob das Kursziel auf 1.900 Euro an und stuft ASML als Top-Pick im europäischen Halbleitersektor ein. Grund ist die monopolartige Stellung bei fortgeschrittenen Lithografiemaschinen. Gleichzeitig liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen dem 42- und 55-Fachen. Das treibt kurzfristige Kursschwankungen.

High-NA EUV: Der nächste Technologiesprung

Parallel zur Personaloffensive nähert sich ASML einem Meilenstein. Die ersten Chips der nächsten High-NA-EUV-Plattform sollen in den kommenden Monaten kommen. Frühe Anwender wie Intel und SK Hynix nutzen die Systeme für Strukturen unter zwei Nanometern. Diese Technologie sichert ASMLs langfristige Marktführerschaft.