ASML hat eine turbulente Woche hinter sich — und steht trotzdem nahe am Allzeithoch. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel, das Aktienrückkaufprogramm läuft auf Hochtouren, und die Quartalszahlen überzeugten. Allerdings drücken zwei strukturelle Risiken auf die Stimmung.
Kursschwankungen mit positivem Wochenergebnis
Der Freitag verlief schwach: Die Aktie schloss bei 1.295,20 Euro, ein Tagesrückgang von gut fünf Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von rund vier Prozent. Auslöser war ein US-China-Gipfel, der keine Einigung im Halbleiterstreit brachte — das belastete den gesamten Technologiesektor.
Auf längere Sicht bleibt das Bild jedoch eindrucksvoll. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 31 Prozent zugelegt, über zwölf Monate sogar fast 91 Prozent. Das 52-Wochen-Tief vom vergangenen August liegt mehr als 100 Prozent entfernt.
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Goldman hebt Kursziel an — Bewertung bleibt attraktiv
Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 1.600 Euro, von zuvor 1.570 Euro. Die Begründung: ASML profitiere überproportional vom Ausbau der KI-Infrastruktur, handele aber mit einem ungewöhnlichen Abschlag gegenüber Branchenpeers. Historisch lag die Aktie rund 20 Prozent über dem Sektordurchschnitt auf Basis des Zwei-Jahres-KGV — diesen Aufschlag hält Goldman angesichts des KI-Rückenwinds für gerechtfertigt. Bernstein, Berenberg und Erste Group bestätigten ihre Kaufempfehlungen.
Das Bewertungsbild stützt diese Einschätzung. Bei einem Forward-KGV von 32 und einem erwarteten Gewinnwachstum von 23 Prozent jährlich ergibt sich ein PEG-Verhältnis von 1,4 — für ein Unternehmen mit faktischem Monopol auf EUV-Lithografiesysteme ein moderater Wert.
China-Risiko und TSMC-Verzögerung als Gegengewicht
Zwei Entwicklungen trüben den Ausblick. Der China-Anteil am Konzernumsatz sank im ersten Quartal 2026 auf 19 Prozent — nach rund einem Drittel im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet ASML mit einem China-Anteil von etwa 20 Prozent. Im US-Kongress wird der sogenannte MATCH Act diskutiert, der Exporte älterer DUV-Lithografiesysteme nach China verbieten würde. Marktschätzungen zufolge könnte ein solches Exportverbot rund fünf Prozent des Konzernumsatzes kosten.
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Hinzu kommt eine Verschiebung bei TSMC. Der weltgrößte Auftragsfertiger und wichtigste ASML-Kunde hat den Einsatz der nächsten Generation der High-NA-EUV-Maschinen auf mindestens 2029 verschoben. Jedes dieser Geräte kostet über 350 Millionen Euro. ASMLs ursprünglicher Plan, die Systeme ab 2027 breit einzuführen, ist damit hinfällig.
Solide Q1-Basis, nächster Termin im Juli
Das erste Quartal 2026 lieferte eine stabile Grundlage: Der Umsatz stieg auf 8,77 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie kletterte auf 7,15 Euro. Für das Gesamtjahr peilt ASML einen Umsatz zwischen 36 und 40 Milliarden Euro an.
Das Rückkaufprogramm läuft planmäßig. In der Woche bis zum 11. Mai kaufte ASML rund 64.000 eigene Aktien für knapp 79,4 Millionen Euro zurück — Teil des bis 2028 angelegten Programms mit einem Volumen von bis zu 12 Milliarden Euro. Am 15. Juli legt ASML die nächsten Quartalszahlen vor.
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