ASML: Speicherchips springen auf 51 Prozent

ASML verzeichnet erstmals mehr Umsatz mit Speicherchip-Anlagen, hebt Prognose an, leidet aber unter China-Risiken und Gewinnmitnahmen.

Asml Aktie
Kurz & knapp:
  • Speicherchips überholen Logikchips als Hauptumsatzbringer
  • Umsatzprognose für 2026 auf 40 Milliarden Euro angehoben
  • China-Anteil fällt drastisch auf 19 Prozent
  • Aktie verliert fünf Prozent trotz Jahresplus von 31 Prozent

Für ASML verschiebt sich das Geschäft massiv. Erstmals dominieren Anlagen für Speicherchips die Verkäufe des niederländischen Anlagenbauers. Trotz dieser starken Nachfrage reagiert die Aktie aktuell mit deutlichen Verlusten.

Speicherchips treiben das Geschäft

Im ersten Quartal machten Maschinen für Speicherchips 51 Prozent der Neusystem-Verkäufe aus. Im Vorquartal lag dieser Wert bei lediglich 30 Prozent. Damit überholte dieses Segment erstmals das Geschäft mit Logikchips.

Ein zentraler Treiber ist SK Hynix. Der südkoreanische Konzern plant bis 2027 Investitionen von rund acht Milliarden US-Dollar in fortschrittliche ASML-Anlagen. Ein weltweiter Mangel an Speicherchips treibt die Preise und zwingt Hersteller zum Ausbau.

Prognose steigt, China-Risiko bleibt

Das Management blickt optimistisch auf das Gesamtjahr. ASML hob die Umsatzprognose für 2026 auf bis zu 40 Milliarden Euro an. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse von durchschnittlich 8,7 Milliarden Euro.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt das Geschäft in China. Strenge Exportbeschränkungen hinterlassen Spuren in der Bilanz. Der Umsatzanteil chinesischer Kunden fiel im ersten Quartal von zuvor 36 auf 19 Prozent. Die Folge: ein schrumpfender Absatzmarkt in Asien. US-Gesetzgeber diskutieren aktuell weitere Einschränkungen für ältere Maschinen-Generationen.

Analysten bleiben optimistisch

Analysten lassen sich von den geopolitischen Risiken kaum beeindrucken. JP Morgan bestätigte am Freitag erneut seine Kaufempfehlung für die Aktie. Die Experten verweisen auf das starke erwartete Gewinnwachstum.

Am Aktienmarkt nahmen Investoren zuletzt Gewinne mit. Die ASML-Aktie schloss am Freitag bei 1.295,20 Euro und verlor damit gut fünf Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von 31 Prozent auf der Anzeigetafel. Erst wenige Tage zuvor markierte das Papier ein neues Rekordhoch.

In der neuen Handelswoche stehen keine eigenen Unternehmensmeldungen an. Der Fokus richtet sich daher auf das makroökonomische Umfeld. Konkrete Impulse dürften von den Investitionsplänen großer Kunden wie TSMC oder Intel ausgehen. Diese Budgets bestimmen direkt die zukünftigen Auftragsbücher von ASML.

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