Der größte Börsengang der Geschichte warf lange Schatten. Als SpaceX an die Börse drängte, flüchteten Anleger aus der Aktie von AST SpaceMobile. Jetzt dreht sich das Blatt. Mit einem Kursplus von fast 19 Prozent in sieben Tagen meldet sich der Satelliten-Spezialist eindrucksvoll zurück.

Im Schatten des Giganten

Der massive Ausverkauf drückte den Kurs im vergangenen Monat spürbar nach unten. Aktuell notiert das Papier bei 76,00 Euro. Damit liegt der Wert noch immer deutlich unter dem Mai-Hoch von 114,60 Euro.

Langfristig orientierte Aktionäre blicken dennoch auf ein sattes Plus. Auf Jahressicht verzeichnet die Aktie einen Gewinn von rund 91 Prozent. Ein massiver Kontrast. Analysten diskutieren intensiv, ob SpaceX eine echte Bedrohung darstellt.

Investorin Carla Magliocco sieht das anders. Sie hält AST SpaceMobile für besser positioniert, um schnelle Mobilfunkverbindungen aus dem All zu vermarkten. Die geringere Marktkapitalisierung bietet laut Magliocco mehr Aufwärtspotenzial.

Die Wall Street reagiert verhaltener. Analysten vergeben mehrheitlich eine Halteempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel von 86,28 US-Dollar signalisiert dennoch rund 21 Prozent Luft nach oben.

Hardware im All, Verträge in der Tasche

Operativ liefert das Unternehmen handfeste Fortschritte. Drei neue BlueBird-Satelliten erreichten Mitte Juni erfolgreich den Orbit. Mit einer Fläche von rund 220 Quadratmetern sind es die größten kommerziellen Kommunikationsanlagen in der niedrigen Erdumlaufbahn.

Auch kommerziell wächst das Fundament. Das Partnernetzwerk umfasst mittlerweile knapp 60 globale Mobilfunkbetreiber. Darunter befinden sich Branchengrößen wie AT&T, Verizon und Vodafone. Diese Konzerne decken weltweit über drei Milliarden Handynutzer ab.

Die vertraglich zugesicherten Umsätze summieren sich auf über 1,2 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management Einnahmen von bis zu 200 Millionen US-Dollar an.

Der Aufbau kostet allerdings viel Geld. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern einen Verlust von 191 Millionen US-Dollar. Ein komfortables Polster sichert den Betrieb. Ende März lagen rund 3,5 Milliarden US-Dollar auf den Konten.

Rückenwind kommt auch von der US-Behörde FCC. Sie hat den kommerziellen Dienst in den USA offiziell genehmigt.

Der nächste Härtetest

Der Terminplan bleibt straff. Bereits Anfang August plant AST SpaceMobile den Start von drei weiteren BlueBird-Satelliten. Bis Ende 2026 sollen bis zu 60 Anlagen die Erde umkreisen.

Die neuen Modelle erhalten KI-Funktionen für das Spektrum-Management. Der August-Start wird ein entscheidender Test für die Aktie. Gelingt der reibungslose Ausbau, kann das Unternehmen weitere Marktanteile sichern und den SpaceX-Effekt endgültig abschütteln.