AST SpaceMobile will künftig selbst ins All starten. Das Unternehmen kündigt mit Blacklift eine wiederverwendbare Schwerlastrakete an und sichert sich dafür Triebwerke von Firefly Aerospace. Der Auftrag hat einen Wert von mehr als 1,3 Milliarden Dollar.

Triebwerke und Zeitplan

Firefly liefert 27 Miranda-Triebwerke und 9 Vira-Triebwerke für den Einsatz im Weltraum, ausgelegt für die ersten drei Raketen. Hinzu kommen eine unbefristete Lizenz zum Eigenbau der Triebwerke und drei Jahre Engineering-Unterstützung. AST kann die Motoren damit langfristig selbst fertigen.

Der Erstflug ist für Ende 2028 angepeilt, ein ehrgeiziger Zeitplan. Blacklift soll bis zu fünf BlueBird-Satelliten pro Start in den niedrigen Erdorbit bringen. Bislang setzt AST auf Drittanbieter wie die Falcon 9 von SpaceX.

CEO Abel Avellan nennt Firefly eines der wenigen US-Unternehmen mit erprobtem Flüssigtriebwerk dieser Größe, eine Seltenheit in der Branche. Für Investoren zählt die Abhängigkeit von fremden Raketen zu den zentralen Sorgen. Ein eigener Zugang zum All würde sie mindern.

Kursreaktion und Umfeld

Die Aktie legte im Handel zeitweise gut 3 Prozent zu, vorbörslich waren es zunächst 2,5 Prozent. Am Vortag hatte der breite Markt deutlich nachgegeben, auch AST gehörte zu den Verlierern. Das Papier hatte zuvor die Marke von rund 29 Dollar berührt, das Jahrestief, und erholte sich danach spürbar. Firefly-Aktien sprangen sogar um mehr als 22 Prozent.

Dazu kommt ein freundlicher Nachrichtenfluss: Zuletzt meldete AST einen Unterauftrag der US-Streitkräfte im Weltraumbereich. Das rückt das Unternehmen auch in Richtung sicherheitsrelevanter Anwendungen.

Quartalszahlen am Montag

Am 9. November legt AST die Zahlen zum dritten Quartal vor. Der Konsens erwartet ein Umsatzwachstum von mehr als 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dann zeigt sich, ob die Wachstumsstory auch in den Büchern ankommt und wie der Vorstand die Kosten des Raketenprogramms einordnet.