Nach dem Vollzug der Übernahme durch den US-Pharmakonzern Eli Lilly schreitet die Abwicklung der Börsennotierung von Atai Beckley voran. Der Schritt markiert einen weiteren Baustein beim vollständigen Rückzug des Biotech-Unternehmens vom öffentlichen Kapitalmarkt.

Bereits am 11. September hatte Atai Beckley die Technologiebörse Nasdaq über den vollzogenen Zusammenschluss informiert und die Aussetzung des Aktienhandels beantragt.

In diesem Zuge wurde die Börse ersucht, das Formular 25 bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichen, um die Notierung und Registrierung der Anteilsscheine offiziell aufzuheben. Ergänzend beabsichtigt die Gesellschaft, über das Formular 15 die laufenden Berichts- und Registrierungspflichten gegenüber der SEC vollständig zu beenden.

Führungswechsel und Übergang zu Eli Lilly

Mit dem Vollzug der Transaktion am 11. September agiert Atai Beckley nun als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Eli Lilly. Der Zusammenschluss ging mit einem personellen Schnitt an der Unternehmensspitze einher.

Zum Zeitpunkt des Abschlusses legten sämtliche Mitglieder des Verwaltungsrats sowie die leitenden Angestellten ihre Ämter nieder. Die bisherigen Führungsrollen wurden durch die Führungskräfte und Vorstandsmitglieder der Übernahmegesellschaft von Eli Lilly übernommen, womit der Pharmakonzern die operative Kontrolle unmittelbar nach Vollzug konsolidiert hat.

Barentschädigung und Meilensteine der Besserungsscheine

Für die bisherigen Aktionäre wurde die Übernahme über eine zweistufige Vergütungsstruktur geregelt. Jeder ausstehende Anteilsschein wandelte sich in das Recht auf eine Barzahlung von $6,75 sowie ein Besserungsrecht (Contingent Value Right, CVR).

Bei der ursprünglichen Vereinbarung am 16. Juli belief sich die unmittelbare Eigenkapitalbewertung auf rund $2,8 Milliarden. Durch die an bestimmte Entwicklungsfortschritte gekoppelten Rechte können den Anteilseignern bis zu $2,50 je Aktie zusätzlich zufließen, was das Gesamtvolumen der Übernahme auf bis zu $3,8 Milliarden anheben würde.

Die Auszahlung der zusätzlichen Beträge hängt an klinischen und regulatorischen Bedingungen:

  • Bis zu $1,00 je Aktie werden fällig, wenn innerhalb eines Vierjahresfensters eine klinische Phase-3-Studie für den Wirkstoffkandidaten VLS-01 beginnt.
  • Bis zu $0,50 je Aktie sind an die US-Zulassung sowie die Einstufung durch die US-Drogenkontrollbehörde DEA für den Wirkstoff BPL-003 innerhalb von fünf Jahren gebunden.
  • Weitere bis zu $1,00 je Aktie werden ausgeschüttet, sofern VLS-01 innerhalb von sieben Jahren die US-Zulassung und die Neueinstufung durch die DEA erreicht.

Vor gut drei Wochen hatten Analysten ihre Einschätzungen an die damals bevorstehende Übernahmeofferte angepasst. So stufte die Deutsche Bank das Papier von Buy auf Hold ab und passte das Kursziel auf $8,00 an. Mit der eingeleiteten Abmeldung bei der SEC geht die Eigenständigkeit des Unternehmens an den Finanzmärkten nun endgültig zu Ende.