Der US-Telekommunikationsriese AT&T feiert heute das 125-jährige Bestehen seiner Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE). Während das Unternehmen dieses historische Jubiläum begeht, befindet es sich in einer Phase des radikalen Wandels weg von traditionellen Kupfernetzen hin zu Glasfaser- und 5G-Technologien. Im heutigen Handel gab das Papier leicht um 0,6 % auf 22,00 € nach. Damit notiert der Wert rund 2,1 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 21,53 €.
Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz
Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Konzernstrategie ist der massive Einsatz von Open-Source-KI-Modellen. Medienberichten zufolge machen diese offenen Systeme inzwischen 40 % der gesamten KI-Arbeitslasten im Unternehmen aus, nachdem dieser Anteil im Mai noch bei 20 % gelegen hatte.
AT&T plant, diesen Wert in den kommenden Monaten auf 60 % zu steigern. Ziel dieser Umstellung ist eine Reduzierung der KI-bezogenen Kosten um bis zu 80 %. Das Management setzt dabei primär auf Modelle wie Llama und Gemma, um Datenschutzvorgaben einzuhalten und Lizenzgebühren zu sparen.
In einem gemeinsamen Interview am Sonntag betonten CEO John Stankey und JPMorgan-Chef Jamie Dimon die Bedeutung einer datenbasierten Unternehmenskultur. Stankey erklärte, dass eine gründliche Vorbereitung und der offene Diskurs auf Basis von Fakten essenziell für den Transformationsprozess seien.
Beide Führungskräfte nutzen KI-Werkzeuge bereits aktiv zur Vorbereitung interner Entscheidungsprozesse. Dieser kulturelle Fokus soll helfen, den Konzern agiler gegenüber neuen Wettbewerbern aufzustellen.
Strategische Weichenstellungen im Netzbetrieb
Um die Marktposition im Mobilfunk langfristig zu festigen, hat AT&T die Übernahme von Spektrumlizenzen des Anbieters EchoStar für einen Betrag von 23 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Durch diesen Zukauf sichert sich das Unternehmen landesweit 50 MHz an zusätzlichem Spektrum im Low- und Mid-Band-Bereich.
Diese Kapazitäten bilden das Rückgrat für den weiteren Ausbau des 5G-Netzes. Parallel dazu treibt der Konzern die Stilllegung seines veralteten Kupfernetzes voran, um Investitionen in moderne Glasfaseranschlüsse umzuleiten.
Die Analysten bewerten die Aussichten des Telekommunikationskonzerns derweil unterschiedlich. Während Goldman Sachs ein Kursziel von 30,00 US-Dollar ausgibt, zeigen sich die Experten von Wells Fargo mit einem Ziel von 20,00 US-Dollar deutlich zurückhaltender. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der potenzielle Wettbewerb durch Satellitenbetreiber.
Berichten der Financial Times zufolge plant SpaceX nach einem möglichen Börsengang den Aufbau eines eigenen Mobilfunkdienstes über Starlink, was den Druck auf etablierte Anbieter wie AT&T erhöhen könnte. Vom 52-Wochen-Hoch bei 25,52 € ist die Aktie derzeit etwa 14 % entfernt.
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