AT&T verkauft sein Mexiko-Geschäft und konzentriert sich künftig ganz auf den Heimatmarkt. Käufer sind Grupo Televisa und Fintech Holdings. Nach mehr als einem Jahrzehnt endet damit das Engagement im mexikanischen Mobilfunk.

Die Eckdaten des Deals

AT&T erhält bei Abschluss 2 Milliarden Dollar in bar, vorbehaltlich von Anpassungen. Hinzu kommen zusätzliche vertragliche und bedingte Leistungen, die bislang nicht beziffert sind. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant, die Zustimmung der mexikanischen Behörden steht noch aus.

Die Käufer teilen sich die Einheit in einem Joint Venture zu gleichen Teilen. Die Mexiko-Sparte bringt rund 24,7 Millionen Mobilfunkkunden mit.

An der Börse kam die Nachricht bei AT&T gut an: Die Aktie legte im US-Handel zuletzt um 1,6 Prozent zu. Der Verkauf passt zur erklärten Strategie, Kapital und Management-Aufmerksamkeit auf das US-Geschäft zu bündeln.

Warum Televisa zugreift

Für Televisa ist der Zukauf strategisch attraktiv. Der Konzern betreibt bereits Breitband, Pay-TV und Festnetztelefonie. Mit dem Mobilfunk könnte er als erster Anbieter in Mexiko ein komplettes Paket aus einer Hand anbieten.

Das Glasfasernetz erreicht derzeit 12 Millionen Haushalte, bis Mitte 2027 sollen es 20 Millionen werden. Die Televisa-Aktie stieg nachbörslich um 4,5 Prozent auf 2,31 Dollar. Der Markt honoriert die Aussicht auf einen integrierten Telekom- und Medienkonzern.

Makro im Hintergrund

Das Umfeld bleibt zinsgetrieben. Fed-Vertreter wie Susan Collins und John Williams halten eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Jahr für denkbar. Für kapitalintensive Telekomkonzerne ist der Mittelzufluss aus dem Verkauf daher nicht unwillkommen.

Den nächsten konkreten Termin liefert Televisa: Der Konzern legt am 22. Oktober Quartalszahlen vor. Bei AT&T richtet sich der Blick auf den Abschluss des Verkaufs im ersten Quartal 2027 und darauf, wie der Konzern die Erlöse im US-Geschäft einsetzt.