Das Angebot klang verlockend, nun ist die Frist abgelaufen. Bis zum 3. Juli 2026 konnten Aumann-Aktionäre ihre Papiere für 17,80 Euro an das Unternehmen zurückgeben. Der Vorstand hatte den Preis Ende Juni noch einmal angehoben. An der Börse klafft allerdings eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Realität.
Zwischen Prämie und Kursverlust
Am Freitag schloss die Aktie bei 14,80 Euro. Das liegt weit unter der Rückkauf-Offerte. Der Automatisierungsspezialist will fast zehn Prozent des Grundkapitals einziehen. Das entspricht rund 1,3 Millionen eigenen Aktien.
Trotz des lukrativen Angebots schwächelt der Kurs kurzfristig. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp sechs Prozent. Langfristig sieht das Bild besser aus. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 22,52 Prozent auf der Anzeigetafel. Das am 29. Juni erreichte Jahreshoch von 16,20 Euro ist vorerst außer Reichweite.
Volle Kassen für den Umbau
Aumann kauft die Papiere aus einer Position der Stärke. Das Unternehmen meldete zum Jahresstart eine Netto-Liquidität von 144,2 Millionen Euro. Die gesamten liquiden Mittel lagen bei rund 148 Millionen Euro. Der Vorstand sieht genug Spielraum für Zukäufe und weiteres Wachstum. Die Folge: Der Rückkauf blockiert die Expansion nicht.
Parallel dazu baut Aumann sein Geschäftsmodell um. Die klassische Elektromobilität verliert an Bedeutung. Stattdessen rückt der Bereich Next Automation in den Mittelpunkt. Dazu zählen saubere Energien, Luftfahrt und Medizintechnik. Hier sprudeln die Aufträge. Im Auftaktquartal stieg der Auftragseingang in diesem Segment um 127,9 Prozent auf 19,4 Millionen Euro.
Dividende im August
Nach dem Ende der Annahmefrist blicken Investoren auf den Sommer. Am 14. August 2026 legt Aumann den Bericht für das zweite Quartal vor. Dieser Bericht wird die konkreten Zahlen zum Aktienrückkauf beinhalten. Zwei Wochen später folgt die Hauptversammlung. Am 28. August stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 1,11 Euro ab.
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