Die Aktie des australischen Goldexplorers Ausgold verzeichnet am heutigen Donnerstag einen deutlichen Kurszuwachs von 7,4 Prozent. Damit setzt sich die positive Tendenz fort, die Mitte August durch die Bekanntgabe einer geplanten Übernahme durch den Branchennachbarn OceanaGold ausgelöst wurde. Das Papier notiert mit 0,8940 Euro nun unmittelbar unter seinem 52-Wochen-Hoch von 0,9000 Euro, das am 21. August markiert worden war.

Details der geplanten Fusion mit OceanaGold

Hintergrund der Kursbewegung ist das am 17. August vereinbarte „Scheme of Arrangement“, wonach OceanaGold beabsichtigt, sämtliche Anteile an Ausgold zu übernehmen. Die Transaktion wird laut einer gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen mit rund 776 Millionen Australischen Dollar bewertet, was etwa 549 Millionen US-Dollar entspricht. Den Aktionären wird dabei ein Preis von 1,36 Australischen Dollar je Anteilsschein geboten.

Die Struktur des Angebots sieht vor, dass die Anteilseigner pro gehaltener Ausgold-Aktie 0,03365 Stammaktien von OceanaGold erhalten. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Barabfindung, die jedoch durch einen maximalen Pool von 194 Millionen Australischen Dollar begrenzt ist.

Nach Abschluss der Transaktion werden die bisherigen Ausgold-Aktionäre voraussichtlich einen Anteil von sechs bis acht Prozent an OceanaGold halten. Medienberichten zufolge spiegelt die aktuelle Kursstärke das Vertrauen des Marktes in den reibungslosen Ablauf der Integration wider.

Strategische Bedeutung des Katanning-Goldprojekts

Im Zentrum der Übernahme steht das Katanning-Goldprojekt, das als konventionelles Tagebauprojekt entwickelt werden soll. Laut einer Machbarkeitsstudie vom Dezember 2025 verfügt das Vorhaben über das Potenzial für eine jährliche Goldproduktion von mehr als 100.000 Unzen bei einer prognostizierten Minenlebensdauer von über zehn Jahren. Die Schätzungen für die Kapitalkosten vor Produktionsbeginn belaufen sich auf 355 Millionen Australische Dollar.

OceanaGold plant, die Erschließung durch zusätzliche Bohrungen bis ins Jahr 2027 voranzutreiben, um die Mineralisierung weiter abzugrenzen. Ein aktualisierter technischer Bericht nach internationalen Standards wird für das Jahr 2028 erwartet, während die erste Goldförderung für 2029 avisiert ist.

Um den Betrieb bis zum Abschluss der Übernahme sicherzustellen, beabsichtigt OceanaGold zudem, Ausgold im November dieses Jahres ein Überbrückungsdarlehen in Höhe von 20 Millionen Australischen Dollar zur Verfügung zu stellen.

Breiter Rückhalt durch Board und Großaktionäre

Die Unternehmensführung von Ausgold hat sich bereits einstimmig für die Annahme des Angebots ausgesprochen. Die Board-Mitglieder beabsichtigen, ihre eigenen Anteile, die etwa 1,4 Prozent des Kapitals ausmachen, im Sinne des Vorhabens einzubringen. Unterstützung erfährt der Deal zudem durch den Großaktionär Dundee Corporation. Die Gesellschaft, die rund 7,7 Prozent der Ausgold-Aktien hält, hat ihre Absicht bekräftigt, für die Übernahme zu stimmen.

Für den erfolgreichen Abschluss ist die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der abgegebenen Stimmen sowie der Mehrheit der anwesenden Aktionäre erforderlich. Die entsprechende Versammlung wird für Ende November 2026 erwartet.

Sofern die behördlichen Genehmigungen erteilt werden, könnte die Transaktion noch im Dezember vollzogen werden. Zum Stichtag am 30. Juni verfügte Ausgold über Barmittel in Höhe von 87 Millionen Australischen Dollar und wies keine Schulden auf.