Der Spezialist für Halbleitermaterialien AXT verzeichnet einen deutlichen Aufschwung im Geschäft mit Indiumphosphid-Substraten. Das Unternehmen profitiert dabei von der rasant steigenden Nachfrage nach Komponenten für KI-Rechenzentren und optische Kommunikation. Am heutigen Montag setzt die Aktie ihren positiven Trend fort und notiert mit einem Plus von 2,56 Prozent bei 53,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Wert damit bereits um beachtliche 317,12 Prozent zugelegt.

Rekordumsatz und deutliche Margenverbesserung

Hinter der jüngsten Kursrallye stehen starke Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. AXT meldete einen Rekordumsatz von 47,6 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 164 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders die Erlöse im Bereich Indiumphosphid (InP) trieben das Wachstum an und erreichten einen Höchstwert von 30,7 Millionen US-Dollar.

Gleichzeitig gelang dem Unternehmen der Sprung in die Profitabilität. Während im ersten Quartal noch ein bereinigter Verlust je Aktie (Non-GAAP EPS) anfiel, wies AXT für das zweite Quartal einen Gewinn von 0,19 US-Dollar je Aktie aus. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen der Analysten von 0,07 US-Dollar deutlich. Auch die Non-GAAP-Bruttomarge verbesserte sich signifikant von 29,9 Prozent im Vorquartal auf nun 45,0 Prozent.

Großauftrag von Lumentum sichert langfristiges Wachstum

Ein zentraler Wachstumstreiber ist ein neu abgeschlossener Fünfjahresvertrag mit Lumentum. Die Vereinbarung sieht vor, dass AXT bis zum Jahr 2031 InP-Substrate an den Laser-Spezialisten liefert. Lumentum leistet hierfür eine Gesamtzahlung in Höhe von 87 Millionen US-Dollar, die in zwei Tranchen von jeweils 43,5 Millionen US-Dollar erfolgt. Die erste Zahlung wird innerhalb von 30 Geschäftstagen fällig, die zweite im Jahr 2028.

Hintergrund dieser langfristigen Sicherung von Kapazitäten ist ein drohender Materialmangel. Lumentum-CEO Michael Hurlston warnte davor, dass die Knappheit bei Indiumphosphid sogar gravierender ausfallen könnte als bei Speicherchips. Schätzungen zufolge liegt das Angebot derzeit mehr als 30 Prozent unter der weltweiten Nachfrage. Neben Lumentum haben sich auch Unternehmen wie Casela und Coherent über Vorauszahlungen Zugriff auf die Produktionskapazitäten von AXT gesichert.

Kapazitätsausbau und positiver Ausblick

Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, plant AXT eine massive Erweiterung der Produktion. Der Auftragsbestand für InP-Substrate liegt bereits bei über 100 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen beabsichtigt, die InP-Kapazität bis zum vierten Quartal 2026 auf etwa 60 Millionen US-Dollar pro Quartal zu steigern. Bis zum Ende des Jahres 2027 wird sogar eine Kapazität von 130 Millionen US-Dollar angestrebt.

Für das laufende dritte Quartal gab das Management eine optimistische Prognose ab und erwartet einen bereinigten Gewinn zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar je Aktie. Analysten bewerten die Aussichten positiv. So stufte das Analysehaus Needham die Aktie auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 90 US-Dollar fest. Den Experten zufolge verdient AXT aufgrund des mehrjährigen Nachfragezyklus in der KI-Infrastruktur eine höhere Bewertung. Als Risikofaktoren bleiben jedoch die Abhängigkeit vom chinesischen Markt, der über 50 Prozent des Umsatzes ausmacht, sowie die notwendigen Exportgenehmigungen für die in Peking ansässige Tochtergesellschaft Tongmei bestehen.