Ballard Power ist kein reiner Brennstoffzellenhersteller mehr. Mit der Übernahme des britischen Wasserstoffspezialisten GeoPura vollzieht das Unternehmen einen strategischen Schwenk — und die Aktie kämpft seitdem mit den Folgen.

Milliarden-Deal mit Verwässerungsrisiko

Der Kaufpreis für GeoPura beläuft sich auf rund 301 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 400 Millionen Dollar. Ballard zahlt davon 82,5 Millionen Pfund in bar. Den größeren Teil deckt das Unternehmen durch die Ausgabe von rund 50,8 Millionen neuen Aktien ab — bewertet zu je 5,02 Dollar. Hinzu kommen potenzielle Earn-out-Zahlungen von 27,5 Millionen Pfund.

Diese Aktienverwässerung drückt auf den Kurs. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 5,62 Euro Anfang Juni hat die Aktie fast 40 Prozent verloren. Allein im vergangenen Monat waren es knapp 37 Prozent.

GeoPura bringt Lieferbeziehungen mit Microsoft, Walt Disney, Netflix und dem britischen Verteidigungsministerium mit. Ballard will dadurch zum vertikal integrierten Wasserstoffanbieter werden. Das Management peilt die Profitabilität bis 2028 an — mit erwarteten EBITDA-Synergien von 25 Millionen Dollar.

Aufträge im Stationär- und Busbereich

Parallel zur Akquisition meldete Ballard einen Folgeauftrag über 15 Megawatt seiner FCmove-HD+-Module für stationäre Stromanwendungen. Das Unternehmen baut dieses Segment gezielt aus, um die Abhängigkeit vom Transportgeschäft zu reduzieren.

Im Busbereich gibt es drei konkrete Fortschritte:

  • Solaris wählt Ballards FCmove-SC-Motor für seine nächste Brennstoffzellbus-Generation und verlängert den Liefervertrag bis 2029.
  • Wrightbus setzt denselben Motor im StreetDeck Hydroliner Gen 3.0 ein. Produktion startet 2027.
  • ÖBB Postbus nahm im Juni 2026 in Österreich 35 Ballard-betriebene Busse in Betrieb.

Hohe Bewertung trifft auf rote Zahlen

Trotz des Kursrückgangs ist die Aktie nicht günstig. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei rund 11,4 — die Branche kommt im Schnitt auf 2,0. Das Unternehmen schreibt weiterhin tiefrote Zahlen: Die EBIT-Marge liegt bei minus 76,8 Prozent.

Immerhin sitzt Ballard auf einer Cashreserve von rund 520 Millionen Dollar bei einer Verschuldungsquote von nur drei Prozent. Das gibt dem Unternehmen Spielraum, den Umbau zu finanzieren, ohne sofort auf Fremdkapital angewiesen zu sein.

Der RSI liegt bei 41,1 — neutral, ohne klares Kaufsignal. Die Aktie notiert knapp elf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, aber noch rund 25 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,74 Euro. Auf Jahressicht steht immer noch ein Plus von rund 150 Prozent.