Die Pläne von Barrick Mining für den Teilbörsengang des nordamerikanischen Goldgeschäfts stoßen bei Branchennachbarn auf Zurückhaltung. Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern meldete, hat der Vorstandschef von Agnico Eagle, Ammar Al-Joundi, ein Engagement seines Konzerns ausgeschlossen. Agnico Eagle habe kein Interesse daran, sich an dem von Barrick Mining forcierten Initial Public Offering (IPO) in Nordamerika zu beteiligen.

Zurückhaltung beim nordamerikanischen Spinoff

Die Absage von Agnico Eagle bringt neue Dynamik in die Debatte um die strategische Neuordnung des Bergbaukonzerns. Vor gut einer Woche hatte Bloomberg berichtet, dass Barrick Mining eine Verschiebung des geplanten Teilbörsengangs auf das Jahr 2027 prüft. Ursprünglich war die Transaktion noch für das laufende Jahr diskutiert worden.

Mit dem geplanten Börsengang will Barrick Werte im nordamerikanischen Minenportfolio heben. Dass ein gewichtiger Wettbewerber wie Agnico Eagle öffentlich abwinkt, verdeutlicht jedoch die anspruchsvollen Marktbedingungen für derartige Vorhaben.

Anleger reagierten gestern verhalten optimistisch: An der Börse in Toronto legte die Aktie von Barrick Mining um 0,6 Prozent zu und schloss bei 59,33 CAD. Damit notiert der Titel rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Strategische Neuordnung und Analystenblick

Die Verzögerung bei der Abspaltung trifft das Unternehmen inmitten tiefgreifender Weichenstellungen. Im Rahmen der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum zweiten Quartal 2026 hatte Barrick einen Gewinnanstieg gemeldet, der insbesondere von höheren Notierungen für Rohgold getragen wurde.

Vor rund einem Monat erzielte das Management zudem eine Einigung im langwierigen Streit um Nevada Gold Mines und schloss eine 1,95 Milliarden Dollar schwere Vereinbarung mit Newmont ab. Vor gut drei Wochen stellte das Unternehmen zudem seine Führung für die weltweiten Aktivitäten außerhalb Nordamerikas neu auf.

Die Marktbeobachter reagieren auf die Gesamtlage mit einer abwartenden Haltung.

Ob die geplante Abspaltung des Nordamerikageschäfts wie nun anvisiert im kommenden Jahr Früchte tragen kann, hängt vor allem davon ab, wie institutionelle Adressaten das Vorhaben ohne Partner aus der unmittelbaren Wettbewerbslandschaft aufnehmen.