Der Druck des aktivistischen Investors Elliott Management zeigt Wirkung. Barrick trennt sein Nordamerika-Geschäft ab und bringt eine Minderheitsbeteiligung an die Börse. Im Zentrum der Abspaltung steht eine Goldentdeckung in Nevada, die das Unternehmen selbst als einen der wichtigsten Funde dieses Jahrhunderts bezeichnet.

Das geplante Vehikel trägt den Namen North American Barrick. Bis Ende 2026 will der Konzern zwischen zehn und 15 Prozent der Anteile über ein Initial Public Offering (IPO) platzieren. Analysten taxieren den potenziellen Wert des neuen Unternehmens auf über 60 Milliarden US-Dollar. Der Schritt trennt die stabilen Minen in den USA und der Dominikanischen Republik von den riskanteren Operationen in Ländern wie Mali oder Pakistan.

Als Zugpferd für den Börsengang dient das Fourmile-Projekt. Barrick konnte die Goldressourcen der vollständig eigenen Mine im vergangenen Jahr bei höherem Erzgehalt verdoppeln. Langfristig soll das Projekt in das Joint Venture Nevada Gold Mines (NGM) eingebracht werden. Genau hier liegt allerdings ein potenzieller Stolperstein für die IPO-Pläne.

Konfliktpotenzial mit Newmont

Der Prozess erfordert eine enge Abstimmung mit dem Joint-Venture-Partner Newmont. Barrick betont zwar, den Börsengang notfalls im Alleingang durchziehen zu können. Newmont pocht indes auf ein Mitspracherecht. Der Partner bemängelt einen Leistungsabfall und einen damit verbundenen Wertverlust des Nevada-Gemeinschaftsunternehmens in den vergangenen sechs Jahren. In der Vergangenheit hatte Newmont bereits Interesse an einer Übernahme der kanadischen Nevada-Assets signalisiert.

Analysten sehen in der Abspaltung einen möglichen Katalysator für den Aktienkurs. Bisher agieren Investoren abwartend: Die Barrick-Aktie schloss am Dienstag in Toronto bei 53,21 Kanadischen Dollar und liegt damit seit Jahresbeginn gut elf Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch im Januar hat sich der Kurs mittlerweile um rund ein Viertel entfernt.

Quartalszahlen als erster Härtetest

Die operative Realität hinter den IPO-Plänen wird sich in Kürze zeigen. Am 11. Mai veröffentlicht Barrick die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Das Management peilt für das Gesamtjahr eine Goldproduktion von rund drei Millionen Unzen an.

Dabei erwartet der Vorstand ein schwächeres erstes Halbjahr, da das Hochfahren neuer Projekte die leicht sinkende Produktion in etablierten Minen wie Carlin erst später ausgleicht. Der anstehende Bericht liefert den ersten handfesten Beleg, ob die operative Dynamik der nordamerikanischen Minen die hohen Bewertungsziele der Abspaltung stützt.