BASF trennt sich weiter von Harbour Energy. Am 17. Mai 2026 stimmte der Ludwigshafener Chemiekonzern dem Verkauf von 150 Millionen Stammaktien zu — der Stimmrechtsanteil sinkt dadurch von rund 35 auf 25,5 Prozent. Die Abwicklung soll bis zum 26. Mai abgeschlossen sein.

Es ist bereits der zweite größere Abbau innerhalb weniger Monate. Im März hatte BASF über ein beschleunigtes Bookbuilding 80 Millionen Aktien platziert und den Anteil von ursprünglich rund 41,5 Prozent auf knapp 35 Prozent gedrückt. Die Beteiligung an Harbour Energy stammt aus der Einbringung des Wintershall-Dea-Geschäfts in den britischen Energiekonzern, ein Deal, der 2024 abgeschlossen wurde.

Weg vom Öl- und Gasgeschäft

Der Vorstand verfolgt eine klare Linie: Randbeteiligungen abbauen, Fokus auf das Chemiekerngeschäft schärfen. Die Erlöse aus dem Anteilsverkauf schaffen finanzielle Flexibilität — gerade in einem Umfeld, das von volatilen Energiepreisen und geopolitischen Spannungen geprägt bleibt.

Das operative Geschäft zeigt sich derweil stabil. Im ersten Quartal 2026 erzielte BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,4 Milliarden Euro, bei einem Umsatz von 16 Milliarden Euro. Währungseffekte und Preisdruck in einzelnen Segmenten belasteten die Erlöse, das Mengenwachstum — insbesondere aus China — hielt dagegen.

Prognose bestätigt, Aktie konsolidiert

Für das Gesamtjahr 2026 hält BASF an seiner Prognose fest: ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro, der Free Cashflow soll zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen.

An der Börse kommt die Nachricht ohne große Reaktion an. Die Aktie notiert bei 52,75 Euro, ein minimales Plus von 0,23 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 18 Prozent zugelegt und liegt damit klar über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 46,48 Euro — das 52-Wochen-Hoch bei 54,70 Euro bleibt allerdings in Reichweite.

Die nächste Bewährungsprobe liefert der 29. Juli 2026, wenn BASF die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt vor allem beobachten, ob weitere Harbour-Energy-Anteile folgen.