BASF: Agricultural Solutions mit 9,8 Milliarden Umsatz

BASF bündelt am 30. April Hauptversammlung, Q1-Zahlen und die Abstimmung zur Abspaltung der Agrarsparte. Währungsdruck belastet das Ergebnis.

BASF Aktie
Kurz & knapp:
  • Abstimmung über Agrarsparten-Abspaltung
  • Quartalszahlen unter Währungsdruck
  • Dividende von 2,25 Euro geplant
  • Aktienrückkaufprogramm bis Juni

Am kommenden Donnerstag bündelt BASF drei Entscheidungen an einem einzigen Tag — und jede davon hat das Potenzial, den Kurs spürbar zu bewegen.

Die Hauptversammlung am 30. April ist mehr als ein Routinetermin. Aktionäre stimmen darüber ab, ob die Agrarsparte Agricultural Solutions in eine eigenständige Tochtergesellschaft überführt wird — der entscheidende Schritt vor einem geplanten Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2027. Ab dem 1. Mai übernimmt Livio Tedeschi, der die Division bereits seit 2022 leitet, als eigenständiger Vorstandschef. BASF bleibt Mehrheitsaktionär.

Ein Konzern im Konzern

Agricultural Solutions ist kein kleines Anhängsel. Die Sparte erzielte 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro und soll künftig als unabhängiger Agrochemie-Konzern mit globaler Reichweite aufgestellt werden. Die rechtliche Ausgliederung läuft: In Nordamerika ist der Übergang bereits vollzogen, für die übrigen Regionen ist der Abschluss bis Anfang 2027 geplant.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BASF?

Q1-Zahlen unter Währungsdruck

Parallel zur Hauptversammlung veröffentlicht BASF um 7.00 Uhr die Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2026. Die Ausgangslage ist durchwachsen. Die US-Dollar-Schwäche könnte das operative Ergebnis allein im ersten Quartal mit bis zu 200 Millionen Euro belasten.

Als Gegenmaßnahme hat BASF die Preise erhöht — Haushalts- und Industriereinigungsprodukte in Europa um bis zu 30 Prozent, Kunststoffadditive um bis zu 20 Prozent. Rückenwind kommt vom Kostensenkungsprogramm: Bis Ende 2025 erreichte BASF jährliche Einsparungen von rund 1,7 Milliarden Euro, 100 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Bis Ende 2026 soll dieser Wert auf 2,3 Milliarden Euro steigen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BASF?

Für das Gesamtjahr erwartet BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Der Mittelwert liegt damit unter den früheren Analystenerwartungen von rund 7,0 Milliarden Euro.

Dividende und Rückkäufe

Auf der Hauptversammlung steht außerdem die vorgeschlagene Dividende von 2,25 Euro je Aktie zur Abstimmung — bei rund 879 Millionen berechtigten Aktien entspricht das einer Gesamtausschüttung von knapp 2 Milliarden Euro. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro, das bis Ende Juni befristet ist.

Die Aktie notiert bei 54,32 Euro und damit weniger als ein Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 21 Prozent zugelegt — der Bereich zwischen 54 und 55 Euro hat den Kurs seit 2023 allerdings bereits dreimal ausgebremst. Ob die Q1-Zahlen am 30. April den nächsten Impuls liefern oder erneut für Ernüchterung sorgen, hängt vor allem davon ab, wie gut Preiserhöhungen und Sparmaßnahmen den Währungsgegenwind abgefedert haben.

BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 25. April liefert die Antwort:

Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BASF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BASF

Über Felix Baarz 3750 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.