BASF Aktie: Agrar-Börsengang rückt näher

BASF treibt die Ausgliederung seiner Agrarsparte voran, während ein schwacher Dollar und eine vorsichtige Jahresprognose die Anlegerstimmung dämpfen. Der Konzern verstärkt sein Sparprogramm.

BASF Aktie
Kurz & knapp:
  • Agrarsparte wird rechtlich abgetrennt und für IPO vorbereitet
  • Währungseffekte belasten Quartalsergebnis um bis zu 200 Mio. Euro
  • Jahresprognose für EBITDA liegt unter Markterwartungen
  • Verkauf des Coatings-Geschäfts bringt 5,8 Mrd. Euro ein

Der Chemiekonzern treibt einen der größten strukturellen Umbrüche seiner jüngeren Geschichte voran. Während die Ausgliederung der milliardenschweren Agrarsparte konkrete Formen annimmt, bremsen Währungseffekte und eine verfehlte Gewinnprognose die Euphorie der Anleger.

Agrarsparte drängt an die Börse

Im Zentrum der strategischen Neuausrichtung steht die Verselbstständigung der Sparte Agricultural Solutions. Der Bereich, der 2024 fast zehn Milliarden Euro umsetzte, wird rechtlich abgetrennt und mit einem eigenen IT-System auf ein Initial Public Offering (IPO) vorbereitet. BASF plant jedoch, als Mehrheitsaktionär weiterhin von den Erträgen zu profitieren.

Die finale Absegnung für diesen Schritt soll auf der Hauptversammlung am 30. April als Sacheinlage gegen neue Geschäftsanteile erfolgen. Gelingt dies, wird Dr. Livio Tedeschi bereits ab dem 1. Mai als Vorstandsvorsitzender die Führung des dann eigenständigen Unternehmens übernehmen.

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Schwacher Dollar belastet Bilanz

Abseits der Strukturpläne kämpft das Management mit einem rauen Marktumfeld. Höhere US-Zölle und ein schwacher Dollar setzen dem operativen Geschäft zu. Allein im ersten Quartal dürften Währungseffekte das Ergebnis um bis zu 200 Millionen Euro drücken.

Entsprechend vorsichtig fällt die Prognose für das Gesamtjahr 2026 aus. Der anvisierte Mittelwert für das operative Ergebnis (EBITDA) von 6,6 Milliarden Euro liegt spürbar unter den Markterwartungen von rund 7,0 Milliarden Euro. Als Reaktion auf die anhaltend schwache Nachfrage in der europäischen Bau- und Automobilindustrie hat das Management das laufende Sparprogramm verschärft. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten nun um 2,3 Milliarden Euro sinken.

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Milliardenzufluss stützt den Kurs

Trotz der operativen Hürden verfügt der Konzern über erhebliche finanzielle Puffer. Zusätzlichen Spielraum liefert der anstehende Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle. Dieser Deal spült im zweiten Quartal voraussichtlich 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in die Kassen. Ein Teil der Liquidität fließt über das bis 2028 laufende Aktienrückkaufprogramm direkt an die Anteilseigner zurück. Bis Anfang März erwarb das Unternehmen bereits eigene Papiere für 789 Millionen Euro.

Der anstehende Kalender hält für Anleger entscheidende Wegmarken bereit:

  • 30. April 2026: Hauptversammlung in Mannheim und Vorlage der Q1-Zahlen
  • 1. Mai 2026: Amtsantritt des neuen Vorstands für Agricultural Solutions
  • 4. Mai 2026: Ex-Tag für die Dividende von 2,25 Euro

Am 30. April fließen die strategischen und operativen Fäden zusammen. Der Quartalsbericht wird dann konkret belegen, inwieweit die forcierten Einsparungen und Preiserhöhungen die aktuellen Währungsbelastungen in der Bilanz bereits kompensieren können.

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