BASF und das US-Unternehmen Encina Development Group haben ihre Zusammenarbeit ausgebaut. Die neue strategische Kooperationsvereinbarung geht deutlich über eine reine Lieferbeziehung hinaus — und rückt den Zugang zu recycelten Rohstoffen als langfristiges Thema in den Vordergrund.
Mehr als ein Liefervertrag
BASF soll Encina bei der Entwicklung einer geplanten Anlage für zirkuläre Chemikalien an der US-Golfküste beraten. Konkret geht es um Beratung zur Beschaffungsstrategie und zur Projektplanung — alles vor einer endgültigen Investitionsentscheidung. Hinzu kommt ein Beteiligungsrecht: BASF kann sich gemeinsam mit Encina an künftigen Projektentwicklungen beteiligen, einschließlich einer möglichen Kapitaleinlage.
Finanzielle Details nennt die Meldung nicht. Keine Abnahmemengen, keine Investitionssummen.
Die Vereinbarung baut auf einer Liefervereinbarung aus dem Juni 2024 auf. Damals einigten sich beide Unternehmen auf die langfristige Lieferung von chemisch recyceltem Benzol aus Altkunststoffen. BASF will dieses Benzol für das Ccycled-Produktportfolio nutzen. Dabei ersetzt der Konzern fossile Rohstoffe durch recycelte Einsatzstoffe — zugeordnet über einen zertifizierten Massenbilanzansatz. Zielkunden kommen aus Verpackung, Textilien, Automobil und Konsumanwendungen.
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Operatives Umfeld bleibt herausfordernd
Der strategische Schritt trifft auf ein schwieriges operatives Bild. Im ersten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz auf 16,0 Milliarden Euro, nach 16,5 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Währungseffekte und leicht niedrigere Preise belasteten das Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel auf 2,36 Milliarden Euro.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie ging auf 1,32 Euro zurück, nach 1,57 Euro ein Jahr zuvor. Das berichtete Ergebnis je Aktie stieg hingegen auf 1,06 Euro.
Die Jahresziele bestätigte BASF Ende April: ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro sowie ein Free Cashflow von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro. Allerdings räumte der Konzern ein, dass Annahmen zu globalem Wachstum und Industrieproduktion zu optimistisch sein könnten.
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Die Aktie notiert aktuell bei 50,49 Euro — rund acht Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,70 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei knapp 13 Prozent.
Nächster Prüfstein: 29. Juli
Am 29. Juli 2026 präsentiert BASF den Halbjahresbericht. Dann wird sich zeigen, ob Chemie, Materialien und Spezialanwendungen die Belastungen durch Währungen und Preise abfedern konnten.
Die Encina-Vereinbarung liefert dafür keine kurzfristigen Zahlen. Ihr Wert bemisst sich daran, ob aus dem Beratungs- und Beteiligungsrahmen gesicherte Rohstoffströme und skalierbare Ccycled-Anwendungen entstehen — und ob BASF damit langfristig Abhängigkeiten von fossilen Einsatzstoffen reduziert.
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