Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF treibt seine strategische Neuausrichtung sowie die Rückgabe von Kapital an die Aktionäre konsequent voran. Gestern veröffentlichte das Unternehmen eine neue Kapitalmarktinformation zur Durchführung des im August begonnenen Aktienrückkaufprogramms. Diese prozedurale Meldung unterstreicht den Fortschritt der Maßnahme, die ein Gesamtvolumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro umfasst und planmäßig bis Ende April 2027 abgeschlossen sein soll.

Operative Erholung führt zu Prognoseerhöhung

Hintergrund der stabilen Kapitalrückführung sind deutlich verbesserte Geschäftszahlen im laufenden Turnus. In der ersten Jahreshälfte 2026 erwirtschaftete BASF einen Umsatz von 33,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders deutlich fiel die Steigerung beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 17,5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.

Aufgrund dieser Entwicklung hat die Konzernleitung die Ziele für das Gesamtjahr bereits angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen in einer Spanne zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Zuvor war BASF lediglich von Werten zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro ausgegangen. Die Prognose für den Free Cashflow blieb hingegen mit einer Zielmarke von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro unverändert.

Erfolgreicher Spartenverkauf stärkt die Bilanz

Ein wesentlicher Pfeiler der aktuellen Finanzstrategie war der vor über einem Monat abgeschlossene Verkauf der Coatings-Sparte an den Investor Carlyle. Die Transaktion basierte auf einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro und bescherte BASF einen Zahlungsmittelzufluss vor Steuern in Höhe von 5,8 Milliarden Euro.

Im Zuge der behördlichen Genehmigung durch die EU-Kommission musste Carlyle allerdings Auflagen erfüllen und sich vom Polysulfid-Geschäft des Anbieters Nouryon trennen, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen.

BASF bleibt dem Bereich jedoch indirekt verbunden und hält eine Eigenkapitalbeteiligung von 40 Prozent an dem nun als Surventis firmierenden Unternehmen. Der enorme Liquiditätszufluss aus diesem Verkauf soll unter anderem zur Schuldentilgung genutzt werden. Medienberichten zufolge plant der Konzern im dritten Quartal 2026 die Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Volumen von 1,6 Milliarden Euro.

Kontinuität in Management und Ausschüttung

Neben den großen Desinvestitionen setzt das Unternehmen auf Kontinuität in der Führungsebene. Der Aufsichtsrat verlängerte das Mandat von Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel bis zur Hauptversammlung im Jahr 2030. Scharpwinkel selbst unterstrich ihr Vertrauen in die Unternehmensentwicklung bereits im Mai durch den Kauf von 4.000 BASF-Aktien zum damaligen Kurs von 52,79 Euro.

Auch bei der Dividendenpolitik blieb der Konzern seiner Linie treu. Die Hauptversammlung bestätigte für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie, was dem Niveau des Vorjahres entsprach. Die Auszahlung erfolgte bereits im Mai.

Parallel dazu investiert das Unternehmen weiter in internationale Standorte: Vor gut drei Wochen wurde in Mumbai ein neues Performance Lab für Superabsorbentien eingeweiht, um technische Services für globale Kunden im asiatischen Raum auszubauen.

Im gestrigen Handel schloss die Aktie mit einem Wert von 52,99 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit ein Plus von 19 %. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 14. April bei 55,05 Euro markiert wurde, beträgt aktuell 3,7 %.

Durch den fortlaufenden Aktienrückkauf, der Teil eines bis Ende 2028 angelegten Gesamtprogramms über 4 Milliarden Euro ist, stabilisiert der Konzern die Marktkapitalisierung zusätzlich.