Die deutsche Chemieindustrie erhöht den Druck auf die Politik. Konkret geht es um die geplante Reform des EU-Emissionshandels. Der Branchenverband VCI warnt in einem Brief an Kanzler Friedrich Merz vor jährlichen Zusatzkosten im hohen dreistelligen Millionenbereich.
Für BASF kommt der Vorstoß zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Aktie notiert aktuell bei 51,58 Euro – ein Minus von knapp drei Prozent in der vergangenen Woche. Auf Jahressicht steht der DAX-Konzern mit plus 15,3 Prozent noch gut da. Doch der RSI von 78,7 deutet auf ein überkauftes Kursniveau hin.
Chemieverband schreibt an Merz
VCI-Präsident Markus Steilemann richtet sich direkt an den Kanzler. Die geplanten EU-Vorgaben für kostenlose Emissionszertifikate seien unrealistisch hoch. Die Anforderungen überstiegen die tatsächlichen Transformationsmöglichkeiten der Wirtschaft. Das erhöhe die Investitionsrisiken massiv.
Die EU-Kommission hatte im Mai Änderungsvorschläge vorgelegt. Punktuelle Verbesserungen seien enthalten, schreibt der Verband. Eine spürbare Entlastung für die gesamte Chemiebranche fehle jedoch. Ohne Nachbesserungen drohten der deutschen Chemie jährliche Zusatzkosten in deutlich dreistelliger Millionenhöhe.
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Sparprogramm in Gefahr
BASF-Chef Markus Kamieth hatte erst kürzlich das Sparprogramm „CoreShift“ vorgestellt. Ziel: Die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um bis zu 20 Prozent senken. Genau diese Einsparungen sind jetzt gefährdet.
Marktbeobachter warnen: Steigende CO2-Kosten könnten die geplanten Sparerfolge vollständig auffressen. Der Margendruck würde bestehen bleiben. Ob das Programm langfristig wirkt, hängt damit maßgeblich von einer kalkulierbaren Gesetzgebung ab.
Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz. Analysten von J.P. Morgan verwiesen vergangene Woche auf anhaltende Überkapazitäten im Sektor und die zunehmende Konkurrenz aus Asien. BASF-Papiere gerieten daraufhin unter Druck.
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Emissionshandel als Schlüsselfrage
Der EU-Emissionshandel ist das zentrale Instrument der europäischen Klimapolitik. Bislang erhielten Industrieunternehmen kostenlose Zertifikate. Das sollte die Abwanderung in Länder mit weniger strengen Auflagen verhindern.
Doch die EU-Kommission plant, diese Zuteilungen schrittweise zu reduzieren. Kamieth hatte mehrfach gewarnt: Ein zu schnelles Abschmelzen der Gratiszertifikate sei der falsche Weg. Die CO2-Kosten müssten die globalen Realitäten widerspiegeln.
Die Entscheidung könnte die Rahmenbedingungen für energieintensive Unternehmen in Europa für Jahre prägen. Im Juli will die Kommission ihre konkreten Pläne vorstellen. Für BASF und die gesamte Branche ist das ein entscheidender Termin.
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