Evonik hat das nachgebesserte Übernahmeangebot von BASF abgelehnt. In einer Pflichtmitteilung teilt der Vorstand mit, nicht in Verhandlungen eintreten zu wollen. Ganz zugeschlagen ist die Tür allerdings nicht.
Offene Tür für einen Austausch
Der Evonik-Vorstand hat ein Schreiben der BASF vom 22. Oktober über das Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot nach eigenen Angaben eingehend geprüft. Sein Fazit fällt eindeutig aus: Er bleibe auf die strategische Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen fokussiert.
Zugleich zeigt sich die Essener Führung gesprächsbereit, aber nur in engem Rahmen. BASF darf ihre Motive in einem rein informativen und vertraulichen Austausch darlegen. Verhandlungen über den Preis oder die Bedingungen sind damit ausdrücklich nicht verbunden.
Zuvor war die Ablehnung bereits durchgesickert. Die „Financial Times“ hatte unter Berufung auf Eingeweihte berichtet, Evonik halte die Offerte für zu niedrig. Genannt wurden 24 Euro je Aktie, was das Unternehmen mit rund 11 Milliarden Euro bewertet. Der Bericht deutete zudem an, dass eine weitere Verbesserung und mehr Klarheit über die strategischen Vorteile einer Fusion die Lage ändern könnten.
Kamieth zieht eine Preisgrenze
BASF-Chef Markus Kamieth hatte das Interesse erst diese Woche bei der Zahlenvorlage bekräftigt. Evonik bleibe das bevorzugte Übernahmeziel. Die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche laufe bereits, und BASF wolle dabei eine aktive Rolle spielen.
Zugleich zog Kamieth eine klare Linie. Ein Kauf um jeden Preis komme nicht infrage, die Transaktion sei eine Option und keine Notwendigkeit. Verfolgt werde sie nur, wenn sie den BASF-Aktionären einen wirtschaftlichen Vorteil bringe.
Börse reagiert gelassen
Die Märkte nehmen die Absage ruhig auf. Die BASF-Aktie legte im Xetra-Handel zeitweise um 0,45 Prozent auf 53,57 Euro zu. Evonik gewann 0,67 Prozent auf 21,16 Euro. Der Kurs liegt damit deutlich unter dem gebotenen Preis von 24 Euro. Der Markt preist offenbar keine rasche Einigung ein.
Nun liegt der Ball bei BASF. Nimmt der Konzern das Gesprächsangebot an, bekommt er die Chance, seine strategische Logik zu erläutern. Ob er danach nachlegt, hängt an Kamieths Preisdisziplin: Ein höheres Gebot wäre nur denkbar, wenn es für die eigenen Aktionäre wirtschaftlich aufgeht.
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