BASF investiert am Stammsitz Ludwigshafen in eine industrielle Großwärmepumpe mit 50 Megawatt thermischer Leistung. Die Anlage soll Abwärme aus einem Steamcracker künftig zur Dampferzeugung nutzen und die CO2-Emissionen des Standorts um jährlich rund 100.000 Tonnen senken. Das Projekt reiht sich in eine ganze Serie operativer Fortschritte ein, die den Konzern derzeit prägen.

Preiserhöhungen und neue Partnerschaften

Parallel zur Dekarbonisierung zieht BASF an mehreren Fronten die Preise an. In Nordamerika erhöhte der Konzern die Nylon-Preise um 0,08 US-Dollar je Pfund – bereits die vierte Anhebung innerhalb von sechs Monaten.

In Europa wurden zudem mit sofortiger Wirkung die Preise für Neopentylglykol und 1,6-Hexandiol angehoben. Solche wiederholten Preisschritte deuten auf eine gewisse Preissetzungsmacht in ausgewählten Chemiesegmenten hin, auch wenn sie das Gesamtbild der Branche nicht allein bestimmen.

Im Konsumgüterbereich hat BASF mit dem thailändischen Unternehmen NEO Corporate Public Company Limited eine strategische Partnerschaft geschlossen. Gemeinsam sollen Inhaltsstoffe und Formulierungen für die Personal-Care-Branche in Südostasien entwickelt werden – ein Schritt, der die geografische Diversifizierung des Konzerns in wachstumsstarken Märkten unterstreicht.

Zusätzlich hat die US-Gesundheitsbehörde FDA dem UV-Filter Bemotrizinol, den BASF unter dem Namen Tinosorb S vermarktet, die Marktzulassung erteilt. Es ist das erste neue UV-Filter-Produkt auf dem US-Sonnenschutzmarkt seit fast drei Jahrzehnten – ein seltener regulatorischer Durchbruch in einem stark regulierten Segment.

Logistik unter Druck, Agrar-Spin-off nimmt Form an

Belastend wirkt weiterhin das anhaltende Niedrigwasser am Rhein. BASF verlagert seine Logistikketten deshalb verstärkt auf Schiene und Straße. Nach Unternehmensangaben werden dadurch derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf das operative Ergebnis erwartet – ein Signal dafür, dass der Konzern aus früheren Niedrigwasser-Perioden gelernt hat und seine Lieferketten robuster aufgestellt hat.

Beim geplanten Spin-off der Agrarchemiesparte Agriculture Solutions macht BASF weiter Tempo. Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte, dass die rechtliche Verselbstständigung in Europa sowie Nord- und Südamerika weitgehend abgeschlossen ist. Asien soll bis zum Jahresende folgen. Der angepeilte Börsengang bleibt für Mitte 2027 terminiert, wobei BASF zunächst die Mehrheit der Anteile behalten will.

Kursbild bleibt robust

Die Aktie schloss am Freitag bei 51,60 Euro, ein Plus von 0,5 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 5,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 16 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro, erreicht im April, ist der Titel noch 6,3 Prozent entfernt – ein Abstand, der angesichts der operativen Fortschritte überschaubar erscheint.

Die zahlreichen kleineren Meldungen – von der Wärmepumpe über Preiserhöhungen bis zur FDA-Zulassung – zeichnen das Bild eines Konzerns, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig an seiner Zukunftsfähigkeit arbeitet. Ob sich diese operative Dynamik langfristig in höheren Margen niederschlägt, dürfte sich erst zeigen, wenn der Agrar-Spin-off und die Effekte der jüngsten Preisrunden in den kommenden Quartalszahlen sichtbar werden.